Retentionsphase
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LoslegenSynonyme: kieferorthopädische Retention, Erhaltungsphase
Englisch: retention phase, orthodontic retention
Definition
Die Retentionsphase ist der Abschnitt einer kieferorthopädischen Behandlung nach Abschluss der aktiven Zahnbewegung. Sie dient der Stabilisierung der erreichten Zahnstellung und der Begrenzung eines kieferorthopädischen Rezidivs.
Funktion
Die Retentionsphase dient der Stabilisierung der Okklusion, der Zahnstellung und der Zahnbogenform nach aktiver kieferorthopädischer Therapie. Sie wirkt biologischen und funktionellen Rückstellungstendenzen entgegen.
Ursachen für ein Rezidiv können parodontale Fasern, Weichteilkräfte, okklusale Kontakte, fortgesetztes dentofaziales Wachstum und altersabhängige Veränderungen der Dentition sein. Die Retention ersetzt nicht die aktive Behandlung, sondern sichert deren Ergebnis.
Dauer
Die Dauer der Retentionsphase ist individuell unterschiedlich. Sie richtet sich nach Ausgangsbefund, Art der Zahnbewegung, Rezidivneigung, Wachstumssituation und Stabilität des Behandlungsergebnisses.
Eine langfristige oder dauerhafte Retention wird besonders nach der Korrektur ausgeprägter Rotationen, frontaler Engstände, Lückenstände, Diastemata und instabiler Frontzahnsituationen in Betracht gezogen.
Einteilung
Die Retentionsphase kann nach Art der verwendeten Apparatur, Dauer und Mitarbeitserfordernis eingeteilt werden. Grundsätzlich wird zwischen festsitzender und herausnehmbarer Retention unterschieden.
Festsitzende Retention
Bei der festsitzenden Retention wird ein Retainer adhäsiv an den oralen Zahnflächen befestigt. Diese Form der Retention wird häufig im Frontzahnbereich eingesetzt und ist nicht von der täglichen Tragedisziplin des Patienten abhängig.
Herausnehmbare Retention
Bei der herausnehmbaren Retention werden abnehmbare Retentionsgeräte verwendet. Dazu zählen tiefgezogene Retentionsschienen und Hawley-Retainer. Die Wirksamkeit ist wesentlich von der regelmäßigen Tragezeit abhängig.
Kombinierte Retention
Bei der kombinierten Retention werden festsitzende und herausnehmbare Retentionsmaßnahmen miteinander kombiniert. Dieses Vorgehen kann bei erhöhter Rezidivneigung oder nach komplexen Zahnbewegungen indiziert sein.
Klinik
Klinisch relevant ist die Retentionsphase insbesondere nach der Auflösung eines Unterkieferfrontengstands, dem Schluss eines Diastema mediale, der Derotation von Zähnen und der Korrektur vertikaler oder sagittaler Abweichungen. Auch nach Abschluss des Wachstums können Veränderungen der Zahnstellung auftreten.
Die Retentionsplanung sollte bereits während der aktiven Therapie berücksichtigt werden. Dabei werden Stabilität der Okklusion, Zahnbogenform, parodontale Situation, Mundhygiene und Mitarbeit des Patienten einbezogen.
Diagnostik
Die Verlaufskontrolle in der Retentionsphase erfolgt durch klinische Inspektion, Prüfung der Retentionsapparaturen und Beurteilung der Zahnstellung. Dabei werden Okklusion, Frontzahnstellung, Retainerintegrität und Mundhygiene beurteilt.
Ergänzend können Fotodokumentationen, intraorale Scans oder Modelle zur Verlaufskontrolle verwendet werden. Veränderungen der Zahnstellung können so mit früheren Befunden verglichen werden.
Das Trageprotokoll herausnehmbarer Retainer wird individuell festgelegt. Festsitzende Retainer müssen regelmäßig kontrolliert werden, da eine gelöste oder verformte Apparatur ihre stabilisierende Wirkung verlieren kann.
Komplikationen
Komplikationen der Retentionsphase umfassen Retainerverlust, Drahtfraktur, Klebestellenverlust, unzureichende Passung herausnehmbarer Retainer und eine verminderte Mundhygienefähigkeit. Bei defekter oder nicht getragener Retention kann es zu erneuten Zahnbewegungen kommen.