Röntgenfilm
Englisch: X-ray film, radiographic film
Definition
Der Röntgenfilm ist ein fotografisches Aufnahmemedium zur Registrierung von Röntgenstrahlung in der klassischen analogen Projektionsradiographie. Die durch Röntgenstrahlung erzeugte Belichtung wird in einer lichtempfindlichen Emulsion gespeichert und nach chemischer Entwicklung als sichtbares Röntgenbild dargestellt.
Aufbau
Ein Röntgenfilm besteht aus mehreren Schichten:
- Trägerfolie aus transparentem Polyester zur mechanischen Stabilität
- Emulsionsschicht mit lichtempfindlichen Silberhalogenidkristallen (meist Silberbromid)
- Schutzschicht zum Schutz der Emulsion
In der Radiologie sind meist beidseitig beschichtete Filme üblich, bei denen sich auf beiden Seiten der Trägerfolie eine Emulsionsschicht befindet.
Physikalisches Prinzip
Der Röntgenfilm reagiert nur schwach direkt auf Röntgenstrahlung. Deshalb wird er in der Regel zusammen mit Verstärkungsfolien verwendet, welche die einfallende Strahlung in sichtbares Licht umwandeln. Beim Auftreffen von Licht oder Röntgenstrahlung auf die Emulsion werden Elektronen aus den Silberhalogenidkristallen freigesetzt. Diese Elektronen lagern sich an sogenannte Reifekeime an und bilden kleine Silberaggregate. Dadurch entstehen zunächst unsichtbare latente Bildkeime. Im anschließenden Entwicklungsprozess werden diese Bildkeime zu metallischem Silber reduziert, wodurch dunkle Bereiche im Film entstehen. Nicht belichtete Silberhalogenidkristalle werden im Fixierbad entfernt. Die verbleibenden Silberablagerungen bilden das sichtbare Röntgenbild.
Eigenschaften
Wichtige Eigenschaften des Röntgenfilms sind:
- hohe Ortsauflösung
- begrenzter Dynamikbereich
- chemische Entwicklung erforderlich
- analoges Bildmedium
Der geringe Dynamikbereich erfordert eine präzise Einstellung von Röhrenspannung, Röhrenstrom und Belichtungszeit.
Bedeutung in der Radiologie
In der Radiologie wurde der Röntgenfilm meist als Film-Foliensystem verwendet. Dabei befindet sich der Film in einer Kassette zwischen zwei Verstärkungsfolien. Diese enthalten fluoreszierende Materialien, die bei Absorption von Röntgenstrahlung Licht emittieren. Dieses Licht belichtet den Film wesentlich effizienter als die direkte Wirkung der Röntgenstrahlung. Dadurch kann die erforderliche Strahlendosis deutlich reduziert werden.
Der Röntgenfilm war über viele Jahrzehnte das zentrale Aufnahmemedium der radiologischen Bildgebung. Mit der Einführung digitaler Detektoren wie dem Speicherfoliensystem und dem Flachdetektor wurde er in der modernen Radiologie weitgehend ersetzt. Heute (2026) wird der Röntgenfilm nur noch selten eingesetzt, spielt jedoch eine wichtige Rolle für das historische Verständnis der Entwicklung der radiologischen Bildgebung.