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Psychrophil

von altgriechisch: ψυχρός ("psychrós") - kalt, kühl; φίλος ("phílos") - liebend
Englisch: psychrophile, psychrophilic, cryophile, cryophilic

1 Definition

Psychrophile sind Lebewesen, die niedrige Temperaturen zwischen -20 und +10°C bevorzugen. Sie gehören zu den Extremophilen. Das Adjektiv lautet psychrophil.

2 Vorkommen

Die meisten Psychrophilen gehören dem Reich der Prokaryoten an (Eubakterien und Archaea). Es finden sich jedoch auch Vertreter der Eukaryoten unter ihnen, etwa manche Flechten, Schneealgen, einige Pilze und Zuckmücken. Sie kommen vor allem an Orten mit dauerhaft niedrigen Temperaturen, wie den Polarregionen und der Tiefsee, vor.

3 Klassifikation

Psychrophile Mikroorganismen werden anhand ihrer Temperaturansprüche eingeteilt:

  • psychrophil (stenopsychrophil): -5 bis +20°C (Optimum 12 bis 15°C)
  • psychrotolerant (eurypsychrophil): +3 bis +35°C (Optimum 20 bis 30°C)

Aufgrund ihres Vorkommens in großen Wassertiefen können einige Psychrophile zusätzlich zu den Barophilen gezählt werden.

4 Medizinische Bedeutung

Kältetolerante Mikroorganismen stellen ein Problem bei der Lagerung zu kühlender Lebensmitteln da, da sie ihren Metabolismus und ihr Wachstum trotz niedriger Temperaturen nicht einstellen. Unter den Psychrophilen finden sich außerdem die (teilweise potentiell) humanpathogenen Bakterien Yersinia enterocolitica, Listeria monocytogenes, Clostridium botulinum und Bacillus cereus.

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