Pruritus senilis
Synonym: Altersjuckreiz
Definition
Der Pruritus senilis ist ein chronischer Pruritus bei älteren Menschen ohne primäre Dermatose und ohne nachweisbare systemische Ursache. Er tritt typischerweise generalisiert auf und ist häufig mit einer ausgeprägten Hauttrockenheit (Xerosis cutis) assoziiert.
Terminologie
Aktuelle (2026) Leitlinien empfehlen, den Begriff aufgrund seiner unscharfen Definition nicht mehr zu verwenden. Stattdessen sollte die Terminologie des chronischen Pruritus verwendet werden, z.B. chronischer Pruritus auf nicht-läsionaler Haut bzw. chronischer Pruritus unklarer Genese.[1]
Ätiopathogenese
Die Pathogenese ist multifaktoriell und nicht vollständig geklärt. Relevante Faktoren sind z.B.:
- altersbedingte Veränderungen:
- verminderte Aktivität von Schweiß- und Talgdrüsen
- reduzierter Lipid- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut
- Beeinträchtigung der epidermalen Barrierefunktion
- neurokutane und immunologische Veränderungen
- exogene Faktoren
- häufiges, langes oder zu heißes Baden/Duschen
- trockene Heizungsluft
- Verwendung stark entfettender Tenside
- ungeeingete Hautpflegeprodukte
Symptome
Typisch ist ein chronischer, meist generalisierter Juckreiz ohne primäre Effloreszenzen. Sekundäre Hautveränderungen entstehen durch Kratzen und umfassen:
- Exkoriationen
- Lichenifikation
- Prurigo nodularis-ähnliche Läsionen
Der Juckreiz ist häufig nachts verstärkt und führt zu Schlafstörungen sowie erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität. Klinisch findet sich oft eine trockene, schuppende Haut ohne spezifisches Dermatosenmuster.
Diagnostik
Es handelt sich um eine Ausschlussdiagnose. Andere Ursachen des Pruritus, wie primär dermatologische, systemische, neurologische oder medikamentöse Ursachen, müssen ausgeschlossen werden.
Quellen
- ↑ AWMF-S2k-Leitlinie:Diagnostik und Therapie des chronischen Pruritus, 2025, zuletzt abgerufen am 27.02.2026