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Pressatmung

1 Definition

Die Pressatmung beschreibt eine Atmungsvariante, bei der eine starke Ausatmungsbewegung bei gleichzeitig verhinderter Ausatmung (z.B. durch geschlossenem Kehldeckel) durchgeführt wird. Sie wird durch Kontraktionen verschiedener Muskelgruppen eingeleitet und in dieser Form bei extremen Flugmanövern in der Luftfahrt verwendet.

2 Beschreibung

Bei der Pressatmung handelt es sich um eine Nachschaltung der Bauchpresse und der Kontraktion thorakaler Muskulatur. Dabei werden zunächst die Bauchmuskulatur und das Diaphragma pelvis in Inspirationsstellung kontrahiert, um den intraabdominellen Druck zu erhöhen. Durch die nun gesteigerte Druckdifferenz zum thorakalen Raum wird der Rückfluss der venösen und lymphatischen Gefäße gefördert und das Volumen im rechten Herzvorhof gesteigert.

Dies hat nach dem Frank-Starling-Mechanismus ein erhöhtes Schlagvolumen des Herzens und damit einen gesteigerten Blutdruck zur Folge. Bei der Exspiration der Pressatmung im Anschluss an oben beschriebene Atemtechnik wird eine Kontraktion der Brustmuskulatur ausgeübt. Dadurch wird der Rückfluss zum Herzen zwar wieder gehemmt, jedoch kann nur so eine Fixierung des Schultergürtels gewährleistet werden, was bei einigen Sportdisziplinen unumgänglich ist.

3 Risiken

Durch die Thoraxkontraktion kann der Rückstrom teilweise so stark vermindert sein, dass der Probant das Bewusstsein verliert. Außerdem wird dadurch der Druck auf die Kopfvenen sehr erhöht, wobei Menschen mit Hirnaneurysma zur größten Risikogruppe gehören. Die Bauchpresse bringt Risiken zu Hernien im gesamten abdominalen Raum mit sich.

4 Luftfahrt

Vor allem Jetpiloten sind in der Luftfahrt enormen G-Kräften ausgesetzt sind und versuchen einen durch Blutversackung bedingten Blutdruckabfall durch die Technik der Pressatmung zu verhindern. Da sie dies allerdings stark in ihrem Handlungsfreiraum und ihrer Kommunikationsfähigkeit einschränkt, gibt es mittlerweile sogenannte Anti-g-Anzüge, die dies für sie übernehmen und anstelle der Muskulatur Druck auf die jeweiligen Körperregionen ausüben.

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