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Zystostomie (Hund)

(Weitergeleitet von Präpubischer Katheter (Hund))

Synonyme: Temporäre Zystostomie, präpubische Katheterisierung, präpubischer Katheter

1 Definition

Unter einer Zystostomie bzw. präpubischen Katheterisierung versteht man eine temporäre künstliche Harnableitung durch die Bauchdecke beim Hund. Die Zystostomie ist von einer Zystotomie (chirurgische Eröffnung der Harnblase) zu unterscheiden.

2 Indikation

Die temporäre Zystostomie wird bei Hunden mit Harnwegsobstruktionen oder bei traumatisierten sowie frisch operierten Harnröhren (Urethra) durchgeführt. Zusätzlich kommt sie bei sekundärer Harnblasenatonie infolge neurologischer Erkrankungen (z.B. nach einem Bandscheibenvorfall) zum Einsatz.

3 Katheter

Die Zystostomie kann auf zwei Arten erfolgen:

  • Zystostomie mittels Blasenkatheter nach Foley (6 bis 12 French), der durch eine kleine abdominale Inzision eingesetzt wird.
  • Zystostomie mithilfe eines perkutanen Malécot-Katheter (10 bis 14 French), der in der Harnblase platziert wird.

Bei Langzeit-Katheterisierungen empfiehlt sich jedoch ein operativ eingesetzter Harnblasenkatheter nach Foley. Alternativ können auch verschiedene Gastrotomietuben bzw. -schläuche mit geringem Querschnitt verwendet werden.

4 Durchführung

4.1 Foley-Katheter

Damit eine Foley-Katheter eingesetzt werden kann, muss eine kleine Inzision kaudal des Nabels (bei weiblichen Tieren) bzw. neben dem Präputium (bei männlichen Tieren) vorgenommen werden. Anschließend wird die Harnblase lokalisiert, mittels Haltefäden befestigt und eine Tabaksbeutelnaht angebracht. Über eine separate Stichinzision wird der Foley-Katheter durch die Bauchwand in der Bauchhöhle positioniert.

Mithilfe einer weiteren kleinen Stichinzision in der Harnblase (innerhalb der vorher angefertigten Tabaksbeutelnaht) kann der Foley-Katheter ins Harnblaseninnere vorgeschoben werden. Der am Katheterende befestigte Ballon wird mit Kochsalzlösung aufgebläht, sodass der Katheter im Lumen gesichert wird. Zusätzlich ist die Tabaksbeutelnaht um den Katheter herum zu befestigen (mittels "roman sandal suture"). Abschließend wird die Harnblase an mehreren Stellen mit resorbierbarem Nahtmaterial an die Bauchwand adaptiert. Danach kann die erste Inzision verschlossen und der Katheter an der Haut fixiert werden.

4.2 Malécot-Katheter

Für den Malécot-Katheter muss der Hund vorab in rechter oder linker Seitenlage positioniert und der ventrolaterale Teil der kaudalen Bauchwand zur Operation vorbereitet werden. Bevor der Katheter gelegt wird, darf die Harnblase nicht geleert werden. Über einen kleinen Hautschnitt oberhalb der Harnblase wird der Katheter in der Bauchhöhle platziert. Der Katheter wird dann über eine Stichinzision ins Harnblasenlumen eingeführt. Sobald Urin aus dem Katheter abfließt, sollte dieser noch ein Zentimeter weiter vorgeschoben werden. Anschließend wird der Luer-Lok geöffnet, damit die Malécot-Flügel (am Katheter angebracht) geöffnet und der Mandrin entfernt werden kann.

Abschließend ist der Katheter an der Haut zu fixieren.

5 Komplikationen

Nebe den üblichen intra- sowie postoperativen Komplikationen (Blutungen, Wundinfektion, Nahtdehiszenz u.ä.) kann es zu einem vorzeitigen Abreißen des Katheters (z.B. durch Automutilation) kommen.

6 Literatur

  • Fossum TW. 2007. Chirurgie der Kleintiere. 2. Auflage. München: Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag. ISBN: 978-3-437-57091-9

Diese Seite wurde zuletzt am 11. April 2021 um 17:01 Uhr bearbeitet.

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