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Minor-Histokompatibilitätsantigen

Synonym: Minor-H-Antigen
Englisch: minor histocompatibility antigen, minor H antigen

1 Definition

Minor-Histokompatibilitätsantigene, kurz mHag, sind immunogene Peptide, die eine wichtige Rolle bei alloreaktiven Prozessen im Rahmen von allogenen Stammzelltransplantationen spielen.

2 Hintergrund

Der Begriff wurde in Abgrenzung zu den HL-Antigenen des Haupthistokompatibilitätskomplex (Major Histocompatibility Complex) eingeführt. Minor-Histokompatibilitätsantigene tragen trotz bestehender HLA-Identität zu einer Immunreaktion bei. Da in der Regel der Verlauf milder als bei einer HLA-Inkompatibilität ist, nutzt man den Präfix "Minor".

3 Ätiologie

Auf genetischer Ebene entstehen Minor-Histokompatibilitätsantigene aufgrund von Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNPs) in kodierenden Bereichen des menschlichen Genoms. In der Regel ist die Funktion des jeweiligen Proteins durch den Austausch von einzelnen Basenpaaren nicht beeinflusst, es kann aber zur Bildung von immunogenen Peptiden führen, die dann auf der Oberfläche von antigenpräsentierenden Zellen im Komplex mit MHC-Molekülen exprimiert werden. Sie vermitteln eine Stimulation von transplantierten T-Zellen, auch wenn aufgrund der HLA-Übereinstimmung das MHC-Molekül selbst nicht als fremd erkannt wird.

Bislang konnte eine Vielzahl von Minor-Histokompatibilitätsantigenen identifiziert werden, die sich zum Teil durch ihr Expressionsmuster in verschiedenen Geweben voneinander unterscheiden.

4 Allogene Stammzelltransplantation

Den Minor-Histokompatibilitätsantigenen spiele eine wichtige Rolle bei der Pathogenese der akuten Graft-versus-Host-Reaktion sowie der Graft-versus-Leukemia-Reaktion. Beide Effekte werden durch Spender-T-Zellen vermittelt. Man vermutet einen Einfluss auf die jeweilige Reaktion in Abhängigkeit von der Gewebeverteilung der mHag auf den Zielzellen.

siehe auch: MHC-Restriktion

4.1 Graft-versus-Host-Reaktion

Da einige Suptypen der mHag ubiquitär im Gewebe verteilt sind, schreibt man ihnen eine Auswirkung auf die Ausprägung der GvHR zu, bei der sich die Immunreaktion der Spenderzellen gegen verschiedene Gewebe des Empfängers richtet.

4.2 Graft-versus-Leukemia-Reaktion

Einige mHag werden spezifisch auf malignen bzw. hämatopoetischen Zellen exprimiert und stimulieren dadurch die Immunantwort der Spenderzellen gegen die Leukämiezellen des Empfängers.

5 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 14. Juni 2021 um 09:30 Uhr bearbeitet.

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