Metabolischer Body Mass Index
Synonyme: metabolischer Body-Mass-Index, metabolischer BMI
Englisch: metBMI
Definition
Der metabolische Body Mass Index, kurz metBMI, ist ein neu entwickelter, metabolom-basierter Indexwert zur Abschätzung des individuellen kardiometabolischen Risikos.
Abgrenzung
Im Gegensatz zum klassischen Body-Mass-Index (BMI), der ausschließlich auf Körpergewicht und -größe basiert, berücksichtigt der metBMI biochemische Marker des Stoffwechsels und ermöglicht dadurch eine differenziertere Beurteilung der metabolischen Gesundheit.
Methodik
Der metBMI wurde im Rahmen einer Multi-Omics-Studie entwickelt, in der Daten zu Metabolom, Genom, Proteom sowie Darmmikrobiom analysiert wurden. Grundlage ist ein KI-gestütztes Modell, das anhand zahlreicher im Blut gemessener Metaboliten einen Risikoindex berechnet.
Für die praktische Anwendung kann ein reduziertes Panel von 66 Metaboliten verwendet werden.
Klinik
Der metBMI bildet adipositasassoziierte Dysfunktionen auf Gewebe- und Organebene ab und korreliert insbesondere mit Veränderungen des Fettgewebes und des Darmmikrobioms. Ein erhöhter metBMI ist unabhängig vom klassischen BMI mit einem erhöhten Risiko für metabolische Erkrankungen assoziiert, darunter:
- nichtalkoholische Fettlebererkrankung
- Typ-2-Diabetes
- Insulinresistenz
- viszerale Adipositas und systemische Inflammation
Personen mit einem hohen metBMI weisen ein etwa zwei- bis fünffach erhöhtes Erkrankungsrisiko auf.
Quellen
- Chakaroun et al. Multi-omic definition of metabolic obesity through adipose tissue–microbiome interactions. Nature Medicine, 2026.
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) – Neuer metabolischer BMI entwickelt, abgerufen am 13.04.2026
- Graf, S.: BMI 2.0: Macht der Neue es besser?. DocCheck News, 2026