Marie Curie
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LoslegenDefinition
Marie Skłodowska Curie war eine polnisch-französische Physikerin und Chemikerin, die von 1867 bis 1934 lebte. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Pierre Curie entdeckte sie 1898 die Elemente Polonium und Radium und prägte den Begriff "Radioaktivität". Als einzige Person erhielt sie Nobelpreise in zwei unterschiedlichen Naturwissenschaften (Physik 1903, Chemie 1911). Ihre Arbeiten legten den Grundstein für die moderne Strahlentherapie, die diagnostische Radiologie und die Nuklearmedizin.[1]
Wissenschaftliche Entdeckungen
Curie untersuchte im Rahmen ihrer Doktorarbeit die von Henri Becquerel beschriebene Strahlung von Uranerzen. Sie erkannte, dass diese Strahlung eine Eigenschaft des Atoms selbst ist – unabhängig von dessen chemischer Bindung – und schuf damit die Grundlage der Atomphysik. 1898 isolierte sie aus Pechblende die neuen radioaktiven Elemente Polonium und Radium.[2]
Medizinische Bedeutung
Strahlentherapie
Curie entdeckte, dass die von Radium ausgehende Strahlung maligne Zellen zerstören kann. Daraus entwickelte sich die sogenannte Curietherapie – die gezielte Bestrahlung von Tumoren mittels radiumhaltiger Nadeln, Röhrchen oder Applikatoren. Diese Methode gilt als Vorläufer der modernen Brachytherapie und wurde zunächst vor allem bei oberflächlichen Tumoren (Haut-, Mammakarzinom) sowie bei gynäkologischen Malignomen eingesetzt.[3]
Röntgendiagnostik im Feldeinsatz
Während des Ersten Weltkriegs entwickelte Curie mobile Röntgen-Einheiten, die "Petites Curies", mit denen Verwundete direkt an der Front radiologisch untersucht werden konnten. Sie bildete hierfür selbst weibliches Personal – darunter ihre Tochter Irène – in der Röntgentechnik aus, wodurch Frakturen und Fremdkörper deutlich schneller lokalisiert und behandelt werden konnten.[4]
Nuklearmedizin
Mit der Gründung des Institut du Radium in Paris (später Institut Curie) schuf sie ein Zentrum für Forschung an radioaktiven Substanzen, das die Entwicklung der Nuklearmedizin und der modernen Radioonkologie entscheidend vorantrieb.
Strahlenschutz
Curie selbst starb an einer aplastischen Anämie, die auf die jahrelange Exposition gegenüber ionisierender Strahlung ohne adäquaten Schutz zurückgeführt wird. Ihr Schicksal trug maßgeblich dazu bei, dass Fragen des Strahlenschutzes in Medizin und Forschung als eigenständiges Thema etabliert wurden.
Quellen
- ↑ Rathi et al., Marie Curie (1867–1934): Twice Nobel Laureate and Her Enduring Legacy in Radiation Medicine, Cureus, 2024
- ↑ Bertolotti, Marie Curie and the Discovery of Radium, In: Celebrating the EPS Historic Sites, Springer, 2012
- ↑ OncoDaily - Marie Curie: The Mother of Radiotherapy Whose Light Still Guides Cancer Medicine, abgerufen am 30.07.2026
- ↑ Radiologica - Marie Curie: A Legacy of Discovery and Dedication in Medical Imaging, abgerufen am 30.07.2026
Literatur
- Wikipedia.org - Marie Curie, abgerufen am 30.07.2026