Hautkrebs
Definition
Hautkrebs ist eine Trivialbezeichnung, unter der man alle semimalignen und malignen Tumore der Haut zusammenfasst.
Differenzierung
Man unterscheidet den sogenannten
- "Weißen Hautkrebs", das semimaligne, sehr selten metastasierende, doch infiltrativ wachsende Basalzellkarzinom (Basaliom) und das maligne Plattenepithelkarzinom (Spinaliom), sowie den
- "Schwarzen Hautkrebs", das maligne Melanom
Weitere Tumoren, die mitunter als Hautkrebs bezeichnet werden, sich jedoch nicht vom Epithelgewebe der Haut ableiten, sind das Angiosarkom, das Fibrosarkom und das Kaposi-Sarkom.
Epidemiologie
Auf das Basalzellkarzinom entfallen ca. 3/4 aller nicht melanotischen Hautkrebsformen und damit ca. 156.000 Neuerkrankungen im Jahr 2020 in Deutschland.[1] Damit ist das Basalzellkarzinom mit Abstand der häufigste Hautkrebs. Das Plattenepithelkarzinom stellt die zweithäufigste Form dar. Bei Frauen die vierthäufigste Krebsneuerkrankung und bei Männern die fünfthäufigste Krebsneuerkrankung waren maligne Melanome der Haut.[2]
Risikofaktoren
Genetische Determination spielt bei nahezu allen Hautkrebsformen eine Rolle. Zudem scheinen bei Melanomen die Anzahl der Nävi, insbesondere große kongenitale Nävi und der Hauttyp (Risiko bzw. Häufung des Malignen Melanom bei Hauttyp I) das Risiko wesentlich zu beeinflussen.
Weiterhin gibt es neben den oben genannten konstitutionellen Risikofaktoren erworbene Risikofaktoren, für nicht-melanozytäre Hautkrebsformen (NMSC) z.B. Immunsuppression, Röntgenkombinationsschaden, aktinische Keratose oder NMSC in der Vorgeschichte.
Bei Malignen Melanomen sind die Anzahl der erworbenen Nävi sowie klinisch atypische Nävi ein Risikofaktor ebenso wie Melanome in der eigenen Vorgeschichte oder der Familienanamnese.
Für Plattenepithelkarzinome ist die kumulative Dosis an UV-Strahlung, natürlich wie künstlich, insbesondere die UVA- und UVB-Strahlung korrelierend mit der Erkrankungswahrscheinlichkeit, aber auch bei Basalzellkarzinomen ist die UV-Exposition ein entscheidender Risikofaktor.
Prävention
Die Vermeidung übermäßiger Sonnenexposition, insbesondere für Risikogruppen wie z.B. Kinder oder Menschen mit hellem Hauttyp, die Anwendung von Sonnenschutzmitteln sind wichtige und einfache Maßnahmen zur primären Prävention.
Neben der Primärprävention gibt es auch Maßnahmen der Sekundärprävention zur Früherkennung von Hautkrebs und Vorstufen. Wichtigste Maßnahme ist hier das Hautkrebsscreening (HKS) wobei hier eine visuelle Ganzkörperinspektion stattfinden soll. Seit 2008 ist das HKS ein Teil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung und kann von gesetzlich Versicherten ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden.
Ergänzt werden kann das HKS um Verfahren nicht-invasiver Bildgebung z.B. um die konfokale Lasermikroskopie bei MM oder NMSC zur Differenzierung benigner und maligner Befunde.
Präkanzerosen
Präkanzerosen sind Vorstadien maligner Tumore. Typische Präkanzerosen von malignen Hauttumoren sind:
- die aktinische Keratose, die eine Vorstufe des Spinozellulärem Karzinoms darstellt
- Morbus Bowen, als Vorstufe eines bowenoid differenziertem Plattenepithelkarzinom (Bowenkarzinom)
- Lentigo maligna
- Condylomata plana, eine durch HPV hervorgerufene Präkanzerose.
Klinik
Das Erscheinungsbild von malignen Hauttumoren ist sehr polymorph, auch innerhalb einer Tumorgattung. Eine sichere Unterscheidung anhand der makroskopischen Kriterien ist nicht möglich. Die Diagnose wird pathohistologisch gestellt wird, ggf. unter Einbeziehung immunhistochemischer und molekularbiologischer Untersuchungen. Allerdings gibt es für die einzelnen Tumoren typische Wachstumsmuster, die eine Verdachtsdiagnose ermöglichen. Die folgende Abbildung stellt eine vereinfachte Idealisierung dieser Wachstumsmuster dar.
Therapie
Die meisten Hautkrebsarten können durch rechtzeitige operative Entfernung im Gesunden dauerhaft geheilt werden. Abhängig von der vorliegenden Hautkrebsart muss ein Sicherheitsabstand gewährleistet werden. Abhängig von der TNM Klassifikation kann die Therapie um (neo)adjuvante Therapien, Bestrahlung oder Immuntherapie ergänzt werden.