Müller-Hinton-Agar
nach John Howard Mueller (1891-1954), US-amerikanischer Biochemiker, Pathologe und Bakteriologie; und Jane Hinton (1919-2003), US-amerikanische Veterinärmedizinerin
Englisch: Mueller-Hinton agar
Definition
Müller-Hinton-Agar ist ein festes, unselektives und nicht-differenzierendes Nährmedium (Nährboden), auf dem die meisten Bakterien wachsen können. Die enthaltene Stärke bindet bakterielle Toxine.
Zusammensetzung
Das Müller-Hinton-Agar besitzt einen neutralen pH-Wert und besteht aus:
- 2,0 g Rindfleischextrakt
- 17,5 g hydrolysiertes Casein
- 1,5 g Stärke
- 17 g Agar
- 1 Liter destilliertes Wasser
- ggf. 5 % Pferdeblut und Nicotinamidadenindinukleotid (NAD): bei Testung z.B. von Streptokokken, Campylobacter, Neisserien oder Haemophilus.
Der Agar besitzt gute Diffusionseigenschaften und einen niedrigen Inhibitorgehalt.
Verwendung
Müller-Hinton-Agar wird vor allem zur Antibiotika-Resistenzbestimmung verwendet, insbesondere im Agar-Diffusionstest (z.B. Kirby-Bauer-Test). Dabei werden mit Antibiotika imprägnierte Testplättchen auf eine mit Bakterien inokulierte Agaroberfläche aufgelegt. Die Wirkstoffe diffundieren radial in den Nährboden und erzeugen konzentrationsabhängige Hemmzonen (Hemmhöfe) um die Plättchen.
Die Größe der Hemmhöfe korreliert mit der Empfindlichkeit des getesteten Erregers gegenüber dem jeweiligen Antibiotikum und wird anhand standardisierter Grenzwerte (z.B. nach EUCAST oder CLSI) interpretiert. Voraussetzung für reproduzierbare Ergebnisse sind die definierte Zusammensetzung des Müller-Hinton-Agars sowie konstante Testbedingungen.
Modifizierte Rezepturen des Müller-Hinton-Agars eignen zur Anzucht von Neisserien und Moraxellen.