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Imagination

Synonyme: Einbildung, Vorstellung, Imaginationsübung
Englisch: imagination

1 Definition

Unter der Imagination versteht man eine Übung insbesondere aus dem Bereich der Psychotherapie. Sie zählt zu den sogenannten Arten von Skills und wird auch oft als Imaginationsübung bezeichnet. Man macht sich hierbei die Vorstellungskraft des Menschen zu nutze.

Der Patient wird bei der Imagination angehalten, sich eine bestimmte Szene oder einen Ort oder ein Geschehen vorzustellen, was ausschließlich positiv behaftet ist. In der Regel geschieht dies initial unter Anleitung z.B. eines Therapeuten. Bei sorgfältiger Übung kann der Patient die Imagination im Laufe der Zeit auch selbständig durchführen.

2 Indikation

Es gibt keine spezielle Indikation zur Imagination. Jeder Mensch kann einen Nutzen aus der Imagination ziehen.

So sind Indikationen unter anderem:

  • wiederkehrende traumatische Erinnerungen
  • das Gefühl der Erschöpfung, Kraft- und Mutlosigkeit
  • das Nichtloslassenkönnen traumatischer Bilder und Erinnerungen

3 Kontraindikation

Neben den Indikationen gibt es eine geringe Zahl an Kontraindikationen, also an Zuständen oder Erkrankungen, bei denen vom Einsatz der Imagination bzw. der Imaginationsübungen abgeraten werden muss oder diese sogar nicht angewendet werden sollten.

So sollte es nicht bei Patienten mit einer starken seelischen Instabilität und starker Neigung zur Dissoziation angewandt werden. Hier besteht die Gefahr, dass die Patienten in einen Zustand geraten, aus dem sie allein nicht wieder herausfinden. Gerade bei disszoziativem Zuständen mit dem Verlust des Gefühles für Raum und Zeit und die eigene Person kann das weitreichende Folgen haben. Wird ein Patient nach einer Imagination in solch einem dissoziativen Zustand entlassen, ist eine erhöhte Unfallgefahr ebenso gegeben wie die Gefahr, dass der Patient nicht weiß wo er sich befindet, nicht nach Hause findet und auch keine Angaben zur eigenen Person machen kann.

Häufig findet man die Tendenz zur Dissoziation bei traumatisierten Patienten. Darum muss hier die Indikation der Imagination genauestens geprüft werden, um ein Abrutschen in die Dissoziation unter laufender Imagination zu vermeiden. Zumal Patienten mit dissoziativen Zuständen dazu tendieren, diese mithilfe einer Selbstverletzung (Autoaggression) zu durchbrechen. Dies kann im Zustand der Dissoziation zu massiven bis hin zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen.

Auch Patienten, welche an einer Dissoziativen Identitätsstörung leiden, sollten nicht unkontrolliert an einer Imagination teilnehmen. Durch die bei der Dissoziativen Identitätsstörung vorliegenden Eigenschaft zur leichten Dissoziation und zum Wechsel von Persönlichkeitsanteilen können unter der Imagination erhebliche Probleme auftreten. So kann es passieren, dass Persönlichkeitsanteile nach Aussen kommen, die unfähig sind, am Alltag teilzunehmen und auch diese Patienten sind dann ihrer Umwelt hilflos ausgeliefert.

Bei Traumatisierten und vor allem schwer Traumatisierten muss die Indikation zur Imagination abgewogen werden unter dem Wissen, dass jede Imagination bzw. Imaginationsübung zu einem Trigger (Auslöser) werden kann. Das würde bedeuten, die durchgeführte Übung erinnert den Patienten an das traumatische Geschehen und kann einen sogenannten Flashback verursachen. Diese Zustände sind oft nur mit Hilfe von Therapeuten oder anderen Personen zu beherrschen und zu durchbrechen.

4 Arten

Es gibt eine bunte Pallette an Imaginationsübungen für jeden Anlass. Beispiele wären:

  • die Tresorübung
  • der Innere Helfer
  • das Stärketier
  • der Berg
  • der schützende Mantel

Ausserdem werden Imaginationstechiken z.B. benutzt bei der Oberstufe des autogenen Trainings, Hypnose mit hypnagogen Bildern, Meditation und diversen Entspannungsverfahren.

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