Koronarstenose
Synonyme: Herzkranzgefäßverengung, Kranzgefäßverengung
Englisch: coronary stenosis
Definition
Unter einer Koronarstenose versteht man die Reduktion des Durchmessers bzw. des Lumens in einer oder mehreren Koronararterien. Die häufigste Ursache für eine derartige Veränderung ist die koronare Herzerkrankung (KHK).
Einteilung
...nach Grad der Stenosierung
Je nach Grad der Durchmesserreduktion kann man Stenosen grob einteilen in:
- leicht
- mäßig
- höhergradig
- hochgradig
Bei einer Durchmesserstenose von >50% oder Flächenstenose von >70% spricht man häufig von einer relevanten oder hochgradigen Koronarstenose, da die Flussdrosselung ab diesem Verengungsgrad zu einer effektiven Minderversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff zunächst unter stärkerer Belastung, bei weiterem Fortschreiten unter leichterer Belastung oder gar in Ruhe führen kann. Die engste Stelle im Querschnitt eines Koronargefäßes bezeichnet man als minimale Lumenfläche (MLA).
Die AHA empfiehlt folgende Einteilung des Schweregrads von Stenosen:
| AHA-Einteilung der Koronarstenosen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Grad | Stenose | Beschreibung | ||
| Längsdurchmesser | Querschnitt | |||
| 0 | < 25 % | < 44 % | diffuse Koronarsklerose, Konturunregelmäßigkeiten | |
| I | 25 - 50 % | 45 - 75 % | geringgradige Stenose | |
| II | 50 - 75 % | 75 - 94 % | mittelgradige Stenose | |
| III | 75 - 90 % und > 90 % | 94 - 99 % und > 99 % | hochgradige bzw. kritische Stenose | |
| IV | 100 % | kompletter Gefäßverschluss | ||
...nach Kalzifikation
- verkalkte Stenosen
- unverkalkte Stenosen
Die Beurteilung der mit der Koronarstenose verbundenen Kalzifikation der Koronararterien erfolgt mit Hilfe des Agatston-Scores.
...nach Morphologie
Eine Einteilung der AHA differenziert Koronarstenosen nach ihrer Morphologie:
| AHA-Einteilung der Stenosemorphologie | |
|---|---|
| Typ | Morphologie |
| Typ-A-Stenose |
|
| Typ-B-Stenose |
B1 = 1 Kriterium erfüllt; B2 = 2 oder mehr Kriterien erfüllt |
| Typ-C-Stenose |
C1 = 1 Kriterium erfüllt; C2 = 2 oder mehr Kriterien erfüllt |
Diagnostik
Morphologische Beurteilung
Die direkte Darstellung einer Koronarstenose kann mit folgenden Verfahren erfolgen:
Zur Beurteilung einer Koronarstenose kann weiterhin der intravaskuläre Ultraschall (IVUS) oder die optische Kohärenztomographie (OCT) eingesetzt werden. Sie sind für die Stentplanung hilfreich.
Funktionelle Bewertung
Neben der rein morphologischen Beurteilung gewinnt die funktionelle Bewertung von Koronarstenosen zunehmend an Bedeutung. In der invasiven Diagnostik erfolgt diese mittels Messung der fraktionellen Flussreserve (FFR) oder der Instantaneous wave-free ratio (iFR), die eine Einschätzung der hämodynamischen Relevanz der Stenose erlauben.
Nicht-invasive Verfahren wie Belastungs-EKG, Stress-Echokardiographie, Stress-MRT oder Myokardszintigraphie dienen dem Nachweis einer belastungsinduzierten Myokardischämie und damit dem indirekten Nachweis einer Stenose.
Therapie
siehe unter: Koronare Herzerkrankung.