Hemizona-Assay
Englisch: hemizona assay, HZA
Definition
Der Hemizona-Assay, kurz HZA, ist ein Spermienfunktionstest zur Beurteilung der Bindungsfähigkeit von Spermien an die Zona pellucida einer menschlichen Eizelle. Er dient als Teil der erweiterten Fertilitätsdiagnostik der Abklärung männlicher Infertilität, wird heute (2026) aber kaum noch eingesetzt.
Prinzip
Beim Hemizona-Assay wird die Zona pellucida einer nicht befruchtungsfähigen menschlichen Oozyte mechanisch in zwei möglichst identische Hälften (Hemizonae) geteilt. Eine Hemizona wird mit Spermien des Patienten inkubiert, die andere Hemizona dient als Kontrolle und wird mit Referenzspermien inkubiert. Anschließend wird die Anzahl gebundener Spermien mikroskopisch ausgezählt. Das Ergebnis wird als "Hemizona-Index" (HZI) angegeben, der das Verhältnis der gebundenen Patientenspermien zur Kontrollprobe beschreibt.
Indikationen
- Unklare männliche Fertilisationsstörung bei unauffälligem oder grenzwertigem Spermiogramm
- Abklärung idiopathischer Infertilität
- Ergänzende Diagnostik vor geplanter In-vitro-Fertilisation (IVF)
Aussagekraft
Der Hemizona-Assay prüft spezifisch die Interaktion zwischen Spermium und Zona pellucida und besitzt eine höhere physiologische Relevanz als reine Motilitäts- oder Morphologieparameter. In der modernen Reproduktionsmedizin wird er jedoch aufgrund limitierter Verfügbarkeit von Oozyten, methodischer Variabilität und der breiten Anwendung der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) nur noch selten eingesetzt.