Endothelium corneae
Synonyme: Hornhautendothel, Korneaendothel, Epithelium posterius corneae
Englisch: posterior epithelium of cornea
Definition
Als Endothelium corneae bezeichnet man das spezialisierte Epithel der Hornhauthinterfläche des Auges.
Morphologie
Das Endothel der Kornea besteht aus einer einzigen Zellschicht polygonaler, meist hexagonaler Endothelzellen mesenchymalen Ursprungs, die auf der Descemet-Membran liegen und die Grenzfläche zum Kammerwasser bilden. Das Korneaendothel endet im Bereich des Kammerwinkels an der Schwalbe-Linie. Die apikale Zelloberfläche ist regelmäßig hexagonal und grenzt an das Kammerwasser, während die basale Oberfläche unregelmäßig ist und basale Einfaltungen (infoldings) aufweist, die mit der Descemet-Membran interagieren. Die lateralen Zellmembranen sind stark verzahnt und zeigen interdigitierende Fortsätze, was die Zell-Zell-Kohäsion stärkt. Die Zellen sind durch Tight Junctions verbunden. Sie regulieren die parazelluläre Permeabilität („leaky barrier“), unterstützen die Barrierefunktion und stabilisieren die hexagonale Form. Submembranöse Aktinfilamente verstärken die Zellstruktur perikonjunktional und kortikal.
Funktion
Neben der Diffusionsbarriere zum Kammerwasser hat das Endothelium corneae eine bedeutende Funktion für die Transparenz der Cornea. Es pumpt überschüssiges Wasseraus dem Stroma, um den Wassergehalt konstant zu halten und so die Transparenz der Hornhaut zu sichern. Dies geschieht über ionentransportierende Systeme (z.B. Na⁺/K⁺-ATPase, Bicarbonat-Transport).
Klinik
Ist die Funktion des Korneaendothels beeinträchtigt oder gehen Endothelzellen infolge von Traumata, degenerativen Veränderungen oder altersbedingtem Zellverlust verloren, kann dies zu einer Stromaödem-bedingten Trübung der Hornhaut führen. Im Gegensatz zum Epithel der Kornea verfügt das Endothel über eine sehr eingeschränkte regenerative Kapazität; verlorene Zellen werden in vivo praktisch nicht durch Mitose ersetzt, sodass eine Reduktion der Zellzahl dauerhaft ist und die Transparenz der Hornhaut erheblich beeinträchtigen kann.
Literatur
- Lüllmann-Rauch et al., Taschenlehrbuch Histologie, Thieme Verlag. 7. Auflage, 2024
- Eghrari et al., Overview of the Cornea: Structure, Function, and Development, Prog Mol Biol Transl Sci, 2015
- Harrison et al., Corneal endothelial cells possess an elaborate multipolar shape to maximize the basolateral to apical membrane area, Mol Vis, 2016
- Pai et al., Exploring corneal endothelial cell dynamics: structure, functions and therapeutic approaches, Mol Biol Rep, 2025