Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Endogenes Retrovirus

Abkürzung: ERV
Englisch: Endogenous retrovirus, ERV

1 Definition

Als endogene Retroviren, kurz ERV, werden Retroviren bezeichnet, die ihre Erbinfomation durch DNA-Integration über die Keimbahn bei Mensch oder Tier "vererben". Etwa 5 bis 8% des menschlichen Genoms bestehen aus ERVs.

2 Eigenschaften

Endogene Retroviren stellen die provirale Phase exogener Retroviren dar, die ihr RNA-Ergut mittels der reversen Transkriptase in die Keimbahn ihres Wirtes integriert haben. Da die meisten ERVs ihre virale Produktivität verloren haben, werden diese endogenen viralen Elemente auch zu den Transposons, genauer den Retrotransposons gezählt. Sie sind in der Lage, sich selbst aus dem Genom zu schneiden und an anderer Stelle zu integrieren.

3 Bedeutung

3.1 Molekulargenetik

Aufgrund des häufigen Vorkommens in tierischen und humanen Genomen (humane ERVs, HERVs), dienen sie als phylogenetische Marker bei der Bestimmung von (evolutionären) Verwandtschaftsverhältnissen.

3.2 Klinik

Die meisten HERVs sind funktionslos und inaktiv. Allerdings wird die Expression einiger aktiver HERVs mit verschiedenen Erkrankungen assoziiert. Dazu gehören u.a. Multiple Sklerose, Schizophrenie und Autoimmunerkrankungen.

4 Quellen

Tags:

Fachgebiete: Virologie

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (3 ø)

210 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2018 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: