Dominique Jean Larrey
Definition
Dominique Jean Larrey war ein französischer Militärchirurg, der durch die Einführung mobiler Feldlazarette und einer medizinisch begründeten Behandlungspriorisierung die Grundlagen der modernen Notfall- und Kriegschirurgie schuf. Er wurde 1766 geboren und starb im Jahr 1842.
Geschichte
Larrey war Generalchirurg der napoleonischen Armeen. Die Militärmedizin seiner Zeit war durch verspätete Bergung Verwundeter und fehlende Organisation geprägt. Häufig erfolgte die Behandlung erst nach Gefechtsende, wodurch viele Patienten an vermeidbaren Komplikationen starben.
Ab den Revolutionskriegen entwickelte Larrey die sogenannten "ambulances volantes", bewegliche Ambulanzen, die Verwundete unmittelbar vom Schlachtfeld abtransportierten. Er erkannte, dass Überleben nicht allein von chirurgischer Technik, sondern von schneller Erstversorgung und Transport abhängt. Damit schuf er den Vorläufer der modernen präklinischen Rettungskette.
Larrey ordnete die Behandlung Verwundeter nach Schwere und Dringlichkeit der Verletzung, nicht nach militärischem Rang. Der Begriff „Triage“ war noch nicht etabliert, das Prinzip jedoch wurde praktisch umgesetzt. Dieses Vorgehen bildet bis heute die Grundlage der Katastrophen- und Notfallmedizin. Darüber hinaus standardisierte er feldchirurgische Verfahren und verband operative Entscheidung, Transportfähigkeit und Nachsorge. Er verstand die Versorgung Verwundeter als zusammenhängenden Prozess von Bergung, Erstversorgung, Operation und Rehabilitation.
Bedeutung
Larreys zentrale Leistung liegt in der Organisation der Akutmedizin. Er begründete die systematische Notfallversorgung als medizinische Disziplin, in der Logistik und Therapie untrennbar verbunden sind. Die moderne Rettungskette folgt diesem Modell.