Buckelchirurgie
Englisch: scleral buckling
Definition
Die Buckelchirurgie ist ein operatives Verfahren zur Behandlung der rhegmatogenen Netzhautablösung. Durch eine gezielte Eindellung der Sklera wird der Netzhautriss von außen unterstützt verschlossen und die Netzhaut wieder an das retinale Pigmentepithel (RPE) angelegt.
Geschichte
Das Verfahren wurde in den 1950er-Jahren entwickelt und ist weiterhin bewährt. In den letzten Jahrzehnten wurde es in vielen Indikationen jedoch zunehmend durch die Pars-Plana-Vitrektomie (PPV) ergänzt oder ersetzt.
Hintergrund
Die rhegmatogene Netzhautablösung entsteht durch einen vollschichtigen Netzhautdefekt, über den Flüssigkeit aus dem Glaskörperraum in den subretinalen Raum gelangt. Ziel der Buckelchirurgie ist es, die Zugkraft am Riss zu neutralisieren, indem die Augenwand von außen eingedellt wird. Dadurch nähern sich Netzhaut und Pigmentepithel wieder an, sodass der Defekt durch Narbenbildung dauerhaft verschlossen werden kann.
Operationsprinzip
Die Operation erfolgt extraokular. Auf die Sklera wird lokal eine Silikonplombe aufgenäht oder eine zirkuläre Cerclage um den Bulbus gelegt. Die erzeugte Skleraeindellung wird so positioniert, dass sie direkt unter dem Netzhautdefekt liegt. Der Netzhautriss wird zusätzlich durch Kryokoagulation oder Laserkoagulation behandelt, um eine feste chorioretinale Narbe zu erzeugen. Bei ausgeprägter subretinaler Flüssigkeit kann eine externe Drainage durchgeführt werden.
Indikation
- Rhegmatogene Netzhautablösung mit peripheren Netzhautrissen
- Jüngere Patienten mit klarem oder wenig degeneriertem Glaskörper
- Phake Augen, da die PPV zu einer Katarakt führt.
Vorteile
- kein Eingriff in den Glaskörperraum
- Erhalt der natürlichen Glaskörperstruktur
- gute Langzeitergebnisse bei korrekter Indikationsstellung
Limitationen
Die Methode ist weniger geeignet bei komplexen Ablösungen, proliferativer Vitreoretinopathie oder posterioren Defekten. Mögliche Komplikationen sind Myopisierung, Doppelbilder, Infektion und Plombenextrusion.