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Faser

(Weitergeleitet von Bindegewebsfaser)

Lateinisch: fibra
Englisch: fiber

1 Definition

Fasern sind aus lang gestreckten Proteinpolymeren bestehende Strukturbestandteile der extrazellulären Matrix.

Im weiteren Sinn dient der Begriff Faser in der Medizin als makroskopische Beschreibung für alle lang gestreckten anatomischen Strukturen, die einen im Verhältnis zur Länge deutlich geringeren Durchmesser haben, z.B. Muskelfasern, Sehnenfasern oder Nervenfasern.

2 Einteilung

Man unterscheidet zwei verschiedene Fasertypen:

Retikuläre Fasern (Fibrae reticulares) werden in älteren Lehrbüchern noch als eigener Fasertyp geführt. Bei ihnen handelt es sich aber um Kollagen vom Typ III. Die Fasern sind mit einem Durchmesser von 20-40 nm deutlich dünner als andere kollagene Fasern. Sie kommen vor allem im retikulärem Bindegewebe, aber auch in anderen Geweben vor.

3 Kollagenfasern

Kollagenfasern sind aus Kollagenmolekülen aufgebaut. Sie kommen ubiquitär im Körper vor und garantieren die Zugfestigkeit der Gewebe. Biochemisch gesehen besitzen sie eine Triple-Helix-Struktur mit drei Alpha-Ketten, in denen jede dritte Aminosäure Glycin ist. Von den rund 25 verschiedenen Kollagenarten haben vor allem Kollagen vom Typ I, II, III und IV Bedeutung.

4 Elastische Fasern

Elastische Fasern sind - wie der Name schon andeutet - reversibel dehnbar. Sie bestehen aus Elastin und Mikrofibrillen, die sich wiederum aus Glykoproteinen (z.B. Fibrillin, Fibulin) zusammensetzen. Elastische Fasern finden sich vor allem in Geweben, bei denen eine Dehnbarkeit eine wichtige funktionelle Eigenschaft ist, z.B. in der Lunge, in der Haut und in Arterien vom elastischen Typ.

Fachgebiete: Histologie

Diese Seite wurde zuletzt am 25. Januar 2021 um 21:55 Uhr bearbeitet.

Wenn man ein Thema mit Faser erstellt, sollte sich dieses aber nicht nur auf die Fasern der EZM beziehen. Es gibt noch weitaus mehr Fasern. Ein paar Beispiele: Muskelfaser, retikuläre Faser (auch EZM). Hinzukommt, dass man bei dem Begriff "Faser" differenzieren muss. Kollagene und retikuläre Fasern werden lichmikroskopisch zwar Faser genannt, aber das ultrastrukturelle Bauelement ist stets die Fibrille. Elastische Fasern dagegen werden sowohl licht- als auch elektronenmikroskopisch als Fasern bezeichnet.
#1 am 26.01.2021 von Maxx Schuster (Student/in der Humanmedizin)

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