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Hirnstammaudiometrie

(Weitergeleitet von BERA)

Englisch: brainstem evoked response audiometry, BERA

1 Definition

Die Hirnstammaudiometrie oder BERA ist eine HNO-ärztliche Untersuchungsmethode zur Aufdeckung von Hörstörungen.

2 Technische Grundlage

Bei der Hirnstammaudiometrie handelt sich um ein objektives Hörprüfungsverfahren, das die frühen akustisch evozierten Potenziale (AEP), mit einer Latenzzeit ≥ 10 ms zwischen Vertex (Scheitelmittel, +) und Mastoid (-) ableitet. Mittels Klicks werden definierte Hörreize über einen Kopfhörer gegeben und im Rahmen eines EEG über Elektroden das Antwortpotential abgeleitet und aufsummiert. Schnelle Fourier-Transformation filtern andere EEG-Signale heraus - übrig bleibt die Antwort der Hirnstamms auf den akustischen Reiz. Die Messung der durch die akustische Reize hervorgerufenen Potentiale (Hirnströme) erlaubt die Erkennung von Hörstörungen.

Die Methode dient einerseits als objektive Hörprüfung und Bestimmung der objektiven Hörschwelle, andererseits auch als Verfahren zum Ausschluss einer retrocochleären Hörstörung und damit einer differentialdiagnostischen Beurteilung zwischen einer cochleären und retrochleären Schädigung (z.B. bei Akustikusneurinom oder multipler Sklerose).

Dieses Verfahren ist als Screening-Test bei Neugeborenen zur Hörschwellenbestimmung vorgeschrieben, da hier keine subjektiven Angaben erhoben werden können. Weitere Anwendungsbeispiele dieses Verfahrens sind unkooperative Patienten, Gutachten und die Topodiagnostik von Hörminderungen.

Das Verfahren wird ggf. unter Narkose durchgeführt.

3 Bewertung

Die typische Wellenformationen besteht aus 5 bis 6 Wellen (I bis VI), die den akustisch stimulierten anatomischen Strukturen der Hörbahn entsprechen, mit entsprechender Latenzzeit:

Auch für Wellen II, III und IV müssen ggf. weitere Quellen in Betracht geszogen werden.

Ausgewertet werden die unterschiedlichen Latenzzeiten mit Potentialen ≥ 10 ms. Deutlich sind meist die Wellen I, III, V erkennbar. Es wird dabei die Absolut-Latenz in Bezug auf den gesetzten akustischen Reiz und die Inter-Peak-Latenz, d.h. die Latenzdifferenz zwischen den Wellen bestimmt, um retrokochleäre Prozesse auszuschließen. Als pathologische Inter-Peak-Latenzen werden Latenzzeiten von ≥ 4,4 ms in den Wellen I-V angesehen. Bei Kleinkindern im 1. Lebensjahr sind die Latenzzeiten meist physiologisch verlängert.

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