Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Aplastische Krise

Synonym: Blutbildungskrise

1 Definition

Als aplastische Krise bezeichnet man die plötzliche Verschlechterung der Erythropoese im Rahmen einer chronischen hämolytischen Anämie. Sie tritt als Komplikation bestimmter Virusinfektionen auf.

2 Äthiologie

Eine aplastische Krise wird meist in Folge einer Infektion mit Parvovirus B19 (Erreger der Ringelröteln) ausgelöst. Der Erreger befällt Erythroblasten im Knochenmark und hemmt dadurch die Erythropoese. Besonders gefährdet sind Patienten mit chronischer hämolytischer Anämie, da hier die Zahl der Erythrozyten bereits deutlich reduziert ist. Selten können auch andere Virusinfektionen zur aplastischen Krise führen.

Da die Infektion mit Parvovirus B19 typischerweise in der Kindheit stattfindet und anschließend eine lebenslange Immunität entsteht, tritt eine aplastische Krise besonders bei Kindern auf.

3 Symptome und Labor

  • Im Rahmen der Infektion mit Parvovirus B19 starkes Krankheitsgefühl mit entsprechender Symptomatik der Ringelröteln
  • Verstärkte Symptome der Anämie verursacht durch:
    • Abfall der Hämoglobin-Konzentration innerhalb weniger Tage auf 3 bis 4 g/dl
    • fast vollständiges Fehlen von Retikulozyten
  • Selten entwickelt sich eine Thrombozytopenie oder Neutropenie

4 Therapie

Zur Vermeidung eines lebensbedrohlichen Sauerstoffdefizits ist Bluttransfusion indiziert.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

2 Wertungen (4.5 ø)

4.774 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: