Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Feline infektiöse Anämie

(Weitergeleitet von Anaemia infectiosa felis)

Synonyme: Hämobartonellose, FIA, Anaemia infectiosa felis, hämolytische Anämie der Katzen

1 Definition

Die feline infektiöse Anämie ist eine durch hämotrope Mykoplasmen hervorgerufene Infektionskrankheit der Katze.

2 Erreger

Die Krankheit wurde erstmals 1942 in Südafrika beschrieben. Der Erreger wurde zunächst als Eperythrozoon felis bezeichnet. Später wurde er Haemobartonella felis genannt (alter Name der Krankheit: Hämobartonellose) und den Rickettsien zugeordnet. Nach heutigem Stand sind drei Isolate als Erreger der Krankheit identifiziert. Sie gehören der Gattung Mykoplasma an und werden als hämotrope Mykoplasmen bezeichnet. Mykoplasmen sind gramnegativ und gehören zur Klasse der Mollicutes. Mykoplasmen besitzen keine Zellwand, was bei der Auswahl geeigneter Antibiotika beachtet werden muss.

3 Epizootiologie

Der Übertragungsweg der Krankheit ist unklar. Eine direkte Übertragung zwischen Katzen durch Bisse und die indirekte Übertragung durch blutsaugende Insekten werden vermutet. Auch vertikale Übertragungen der Kätzin auf den Katzenwelpen sind beschrieben. Ein weiterer Übertragungsweg ist die iatrogene Übertragung durch Bluttransfusionen.

4 Pathogenese

Der Erreger bewirkt eine Membranschädigung der Erythrozyten. Die befallenen Erythrozyten werden von Makrophagen phagozytiert (Phagozytose). Es kommt zur Ausbildung von Antikörpern, auch gegen Erythrozyten. Einmal infizierte Katzen bleiben lebenslang Träger des Erregers.

5 Klinik

In der Regel treten klinische Symptome nur bei geschwächten Tieren auf. Die meisten infizierten Tiere bleiben lange Zeit klinisch inapparent. Durch äußeren Stress und andere Krankheiten können klinische Symptome ausgelöst werden. Bei akuten Verläufen können allgemeine Schwäche, Fieber, Ikterus und Splenomegalie auftreten.

6 Labor

Deutliche regenerative Anämie, Retikulozytose.

7 Differentialdiagnosen

Differentialdiagnostisch sind Krankheiten, die mit einer hämolytischen Anämie einhergehen auszuschließen. Hierbei vor allem Infektionen mit dem felinen Leukosevirus (FeLV) und autoimmunhämolytische Anämien.

8 Diagnose

Direkter Erregernachweis im Blutausstrich.

9 Therapie

Tetrazykline sind Antibiotika der Wahl. In schweren Fällen kann Prednisolon zur Unterdrückung der Immunantwort (Autoantikörper gegen Erythrozyten) gegeben werden.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

4 Wertungen (4.5 ø)

10.133 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: