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Adoptive Immuntherapie

Englisch: adoptive immunotherapy, adoptive cell therapy, adoptive cell immunotherapy (ACT)

1. Definition

Die adoptive Immuntherapie ist ein innovatives Verfahren zur Behandlung von Krebs, Autoimmunerkrankungen und anderen Erkrankungen, die durch eine Fehlfunktion des Immunsystems verursacht werden. Es handelt sich um eine Form des adoptiven Zelltransfers.

2. Hintergrund

Die adoptive Immuntherapie hat ihren Ursprung in den 1980er Jahren, als entdeckt wurde, dass spezifische T-Zellen in der Lage sind, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. Seitdem hat sich die Technologie weiterentwickelt und es wurden verschiedene Varianten entwickelt.

Gegenüber der herkömmlichen Krebstherapien bietet die adoptive Immuntherapie einige Vorteile und ist als Alternative oder Ergänzung zu etablierten Therapien zu sehen. Dabei stellen T-Zellen vielversprechende Kandidaten für die adoptive Immuntherapie dar, da sie Antigene spezifisch erkennen und ihre Zielzellen töten können. Das Ziel ist es, eine spezifische und funktionale zelluläre Immunität auf den Patienten zu übertragen.

Es handelt sich um eine personalisierte Therapieform, da sowohl die Tumor- als auch die Patienteneigenschaften entsprechend adressiert werden können. Außerdem wirkt die adoptive Immuntherapie im Gegensatz zu herkömmlichen Therapieformen nur spezifisch auf das entsprechende Target, was zu geringeren Nebenwirkungen führt.

Vielversprechend gilt die adoptive Immuntherapie auch bei der Behandlung von Krebsarten, die bisher als schwer oder nicht behandelbar galten, wie beispielsweise bestimmte Arten von Leukämie und Lymphomen.

3. Vorgehen

Bei der adoptiven Immuntherapie werden nach mehrtägiger Interleukin-2-Gabe patienteneigene Leukozyten aus dem Blut des Patienten isoliert und im Labor in vitro aktiviert, ggf. genetisch modifiziert und vermehrt. Die aktivierten Zellen werden dann dem Patienten reinfundiert, wo sie gezielt gegen das spezifische Target vorgehen.

4. Arten

Es gibt verschiedene Arten der adoptiven Immuntherapie, die alle auf unterschiedliche Weise das Immunsystem des Patienten stimulieren und dabei helfen, Krebszellen zu erkennen und zu zerstören.

4.1. T-Zell-Transfer

Beim einfachen T-Zell-Transfer werden die T-Zellen in der Regel durch ein tumorspezifisches Antigen aktiviert, um sie gegen das entsprechende Target zu richten. Die Infusion von tumorinfiltrierenden Lymphozyten (TILs) ist einer der ältesten Methoden der adoptiven Immuntherapie.

4.2. CAR-T-Zell-Therapie

Die CAR-T-Zell-Therapie beinhaltet eine genetische Modifikation der entnommenen T-Zellen, welche die Spezifität determiniert. Die Modifikation umfasst den namensgebenden CAR (chimeric antigen receptor), der an das entsprechende Target der Krebszelle bindet. CAR-T-Zellen haben eine höhere Wirksamkeit bei der Zerstörung von Krebszellen und erzielen schnellere und länger anhaltende Erfolge. Auf der anderen Seite können aber auch schwerwiegende Komplikationen wie das Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS) auftreten.

Um die Penetration solider Tumore zu verbessern, wird die Technologie auf weitere Zelltypen ausgeweitet (CAR-M- und CAR-NK-Zellen).

4.3. TCR-T-Zell-Therapie

Die TCR-T-Zell-Therapie ist ähnlich wie die CAR-T-Zell-Therapie, jedoch wird hierbei der natürliche T-Zell-Rezeptor (TCR) entsprechend modifiziert. Darüber hinaus zielen TCR-T-Zell-Therapien in der Regel auf intrazelluläre Proteine ab, während CAR-T-Zell-Therapien gegen Proteine auf der Zelloberfläche gerichtet sind.

5. Quellen

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