Amaurosis fugax
von altgriechisch: ἀμαυρός ("amauros") – dunkel, blind; lateinisch: fugax – schnell fliehend, vergänglich
Synonyme: Vorübergehende Blindheit, flüchtige Blindheit
Englisch: Amaurosis fugax
Definition
Unter einer Amaurosis fugax versteht man einen plötzlich einsetzenden, kurz anhaltenden, selbstlimitierenden, schmerzlosen und meist einseitigen Visusverlust.
Ätiologie
Die häufigste Ursache einer Amaurosis fugax ist eine Ischämie der Netzhaut durch einen transienten retinalen arteriellen Verschluss (RAV) aufgrund einer Mikroembolie. Zugrundeliegende Erkrankungen sind z.B.:
- Arteriosklerose: Stenose und Plaquebildung der Arteria carotis interna
- Kardiale sowie paradoxe Thrombembolien
- Vaskulitiden: Riesenzellarteriitis, Panarteriitis nodosa
- Kollagenosen (z.B. Lupus erythematodes)
Diagnostik und Therapie
Die Amaurosis fugax ist prinzipiell selbstlimitierend. Jedoch sollte sie als Warnsignal der zugrundeliegenden Erkrankung betrachtet werden. Es sollte unbedingt eine weiterführende Diagnostik (Dopplersonographie, Echokardiographie, Rheumaserologie) durchgeführt werden.
Im Falle einer bekannten Riesenzellarteriitis muss umgehend eine Prednisolon-Stoßtherapie begonnen werden, um eine dauerhafte Blindheit zu vermeiden.
Leitlinie
- S2e-Leitlinie Retinale arterielle Verschlüsse (RAV) der DOG im AWMF-Register, Stand 2022.