Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Helicobacter-pylori-Eradikation

Englisch: Helicobacter pylori eradication

1 Definition

Die Helicobacter-pylori-Eradikation ist eine medikamentöse Therapie zur möglichst vollständigen Beseitigung des Bakteriums Helicobacter pylori bei infizierten Personen.

2 Therapieschemata

In der Helicobacter-pylori-Eradikation haben sich zwei Standardtherapien als First-Line-Therapie durchgesetzt:

Die Medikamente werden über mindestens 7 Tage, besser bis zu 14 Tage lang eingenommen. Der Protonenpumpeninhibitor ist austauschbar, die günstigste Lösung stellt hierbei das Omeprazol dar, die interaktionsärmste Lösung das Pantoprazol. Alle Medikamente können p.o. eingenommen werden.

Als weitere Erstlinientherapie kommt die kombinierte ("konkomittierende") Vierfachtherapie mit Clarithromycin 2 x 500 mg + Amoxicillin 2 x 1.000 mg + Metronidazol 2 x 400 mg + PPI (1-0-1) in Frage.[1]

Als Zweitlinientherapie kann eine Sequenztherapie genutzt werden. Hierbei wird an Tag 1 bis 5 Amoxicillin 2 x 1.000 mg + PPI eingenommen und anschließend an Tag 6 bis 10 auf Clarithromycin 2 x 500 mg + Metronidazol 2 x 400 mg + PPI (1-0-1) gewechselt.

2.1 Alternative Therapieschemata

Die Verwendung von Bismutsalzen wurde aufgrund störender Nebenwirkungen (u.a. Zungenverfärbung) und fehlenden zusätzlichem Erfolg weitgehend verlassen. Sie kommen bei Therapieresistenz in alternativen Protokollen zum Einsatz.

Ist eine perorale Medikamentengabe nicht erfolgsversprechend (wiederholtes Erbrechen, Malabsorption) können die Standardtherapien auch intravenös verabreicht werden.

Bei einer Allergie oder Kontraindikationen gegen Penicilline und/oder Makrolide bzw. intolerablen Nebenwirkungen können alternative Therapieschemata angewendet werden, z.B.:

  • Metronidazol 3 x 500 mg/d + Doxycyclin 3 x 100 mg/d + Bismutpräparat + Protonenpumpenionhibitor 2 x täglich.
  • Rifabutin 300 mg/d + Levofloxacin 2 x 250 mg/d + Protonempumpeninhibitor

Hierbei ist jedoch vorab eine Resistenzprüfung vorzunehmen!

3 Indikationen

Für die Helicobacter-pylori-Eradikation gibt es harte und weiche Indikationen. Absolute Indikationen sind:

Die weiteren Indikationen sind im Einzelfall abzuwägen und umfassen unter anderem:

Der Nachweis von Helicobacter pylori ist vor einer Eradikation immer anzustreben, am besten durch Probeexzisionen im Rahmen einer Gastroskopie, zumindest durch den 13C-Harnstoff-Test.

Eine probatorische Helicobacter-pylori-Eradikation sollte nur erfolgen, wenn keine Alarmsymptome vorliegen, welche eine Gastroskopie befürworten:

4 Quellen

  1. Fischbach W et al.: S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit

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