Helicobacter-pylori-Eradikation
Englisch: Helicobacter pylori eradication
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1 Definition [bearbeiten]
Die Helicobacter-pylori-Eradikation ist eine medikamentöse Therapie zur möglichst vollständigen Beseitigung des Bakteriums Helicobacter pylori bei infizierten Personen.
2 Therapieschemata [bearbeiten]
In der Helicobacter-pylori-Eradikation haben sich drei Standardtherapien als First-Line-Therapie durchgesetzt.
- Amoxicillin + Clarithromycin + Protonenpumpeninhibitor
- Amoxicillin + Metronidazol + Protonenpumpeninhibitor
- Metronidazol + Clarithromycin + Protonenpumpeninhibitor
Die Medikamente werden über mindestens 7 Tage, besser bis zu 14 Tage lang eingenommen. Beste Wirksamkeit besteht bei der Gabe von Amoxicillin 2x 1000 mg/d und Metronidazol 2 x 400 mg/d. Der Protonenpumpeninhibitor ist austauschbar, die günstigste Lösung stellt hierbei das Omeprazol dar, die interaktionsärmste Lösung das Pantoprazol. Alle Medikamente können p.o. eingenommen werden.
2.1 Alternative Therapieschemata [bearbeiten]
Die Verwendung von Bismutsalzen wurde aufgrund störender Nebenwirkungen (u.a. Zungenverfärbung) und fehlenden zusätzlichem Erfolg weitgehend verlassen. Sie kommen bei Therapieresistenz in alternativen Protokollen zum Einsatz.
Ist eine perorale Medikamentengabe nicht erfolgsversprechend (wiederholtes Erbrechen, Malabsorption) können die Standardtherapien auch intravenös verabreicht werden.
Bei einer Allergie oder Kontraindikationen gegen Penicilline und/oder Makrolide bzw. intolerablen Nebenwirkungen können alternative Therapieschemata angewendet werden, z.B.:
- Metronidazol 3 x 500 mg/d + Doxycyclin 3 x 100 mg/d + Bismutpräparat + Protonenpumpenionhibitor 2 x täglich.
- Rifabutin 300 mg/d + Levofloxacin 2 x 250 mg/d + Protonempumpeninhibitor
3 Indikationen [bearbeiten]
Für die Helicobacter-pylori-Eradikation gibt es harte und weiche Indikationen. Absolute Indikationen sind:
- Gastroduodenale Ulkuskrankheit mit Nachweis von Helicobacter pylori
- MALT-Lymphom (Helicobacter triggert die Lymphozytenproliferation)
- nach Resektion eines Magenkarzinoms
- atrophische Gastritis
Die weiteren Indikationen sind im Einzelfall abzuwägen und umfassen unter anderem:
- Dyspepsie und Refluxbeschwerden bei positivem 13C-Harnstoff-Test
- erstgradige Verwandte von Patienten mit Magenkarzinomen
- vor einer Dauertherapie mit NSAR
- idiopathische Thrombozytopenie
- Karzinomprävention
- Eisenmangelanämie unklarer Genese
Der Nachweis von Helicobacter pylori ist vor einer Eradikation immer anzustreben, am besten durch Probeexzisionen im Rahmen einer Gastroskopie, zumindest durch den 13C-Harnstoff-Test.
Eine probatorische Helicobacter-pylori-Eradikation sollte nur erfolgen, wenn keine Alarmsymptome vorliegen, welche eine Gastroskopie befürworten:
- Dysphagie
- unklarer Gewichtsverlust
- wiederholtes Erbrechen
- unklare Anämie
- Gastrointestinalblutung
- Malabsorption
- andere Grunderkrankungen mit möglicher Beteiligung des Gastrointestinaltraktes
Fachgebiete: Gastroenterologie
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