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Antidot

(Weitergeleitet von Antitoxin)

von griechisch: αντιδοτοσ - dagegen gegeben
Synonyme: Gegengift, Antitoxin
Englisch: antidote

1 Definition

Unter einem Antidot vertsteht man eine Substanz, die ein Gift inaktivieren oder dessen Wirkung herabsetzen bis aufheben kann. In der Medizin werden Antidote im Rahmen von Vergiftungen eingesetzt.

Bei Schlangengiften wird das Antidot auch als Antivenin bezeichnet.

2 Einteilung

Man unterscheidet zwei Typen von Antidoten:

  • Dekorporierungsantidot: bindet direkt an Gift und neutralisiert es
  • Funktionelles Antidot: bindet nicht an Gift direkt, wirkt jedoch entgegengesetzt und schwächt dadurch die Wirkung ab

Die Wirkung aller Antidote erfolgt entweder durch chemische Reaktionen bzw. biochemische Mechanismen (z.B. Blockierung eines Rezeptors) und/oder physikalische Effekte.

2.1 Beispiele

Die mit Abstand häufigsten Vergiftungen sind Medikamentenvergiftungen.

Gift/Medikament Antidot
Antidepressiva, Atropin Physostigmin
Alkylphosphate (z.B. Insektizide) Atropin
Benzodiazepine (z.B. Midazolam) Flumazenil
Botulinumtoxin Botulinum-Antitoxin
Cumarine Vitamin K
Cyanid (Blausäure) 4-DMAP, Natriumthiosulfat, Hydroxocobalamin
Dabigatran Idarucizumab
Digoxin, Digitoxin Digitalis-Antitoxin
Opioide (Morphin, Fentanyl) Naloxon
Paracetamol N-Acetylcystein
Knollenblätterpilz Silibinin
Parathion Obidoxim
Schlangengift Schlangengift-Immunserum
Schwermetalle Chelat-Bildner, z.B. DMPS, Dimercaprol, Penicillamin

3 Vergiftung

Die Gabe eines Antidots ist nur eine von mehreren erforderlichen Maßnhmen bei einer Vergiftung. Zusätzlich können erforderlich sein:

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