Synonyme: menstrueller Zyklus, Menstruationszyklus
Englisch: menstrual cycle, female cycle


Unter dem weiblichen Zyklus versteht man die periodischen Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut und die synchron verlaufende Heranreifung einer Eizelle im Ovar sowie weitere zyklusabhängige Veränderungen des weiblichen Genitales, die durch einen hormonellen Regelkreis gesteuert werden.
Man kann den weiblichen Zyklus nach den wichtigsten Zielorganen weiter unterteilen in:
Da auch die anderen Anteile der weiblichen Geschlechtsorgane zyklischen Veränderungen unterworfen sind, lässt sich weiter differenzieren in:
Das in der Hypophyse gebildete Hormon FSH bewirkt das Wachstum und die Reifung einer Eizelle im Eierstock. Gleichzeitig kommt es unter dem Einfluss von Östrogen zur Regeneration der während der Menstruation abgestoßenen Schleimhaut der Gebärmutter. Zwischen dem 12. und dem 14. Zyklustag wird der Eisprung durch einen Abfall des Östrogenspiegels und einen Anstieg der Hormone FSH und LH ausgelöst und das Ei vom Eileiter aufgenommen. Findet innerhalb von 24 h keine Befruchtung statt, stirbt die Eizelle ab.
Aus der ehemaligen Hülle der Eizelle ist der Gelbkörper, das Corpus luteum, entstanden. Er produziert Progesteron, welches zur weiteren Verdickung der Gebärmutterschleimhaut führt: die Drüsen der Gebärmutterschleimhaut wachsen sehr stark und nehmen eine korkenzieherartige Form an. Es kommt zur Einlagerung von mit Glykogen gefüllten Vakuolen in das Epithel der Schleimhaut.
Ist die Eizelle nicht befruchtet worden, kommt es zu einer Rückbildung des Gelbkörpers, die zu einem Mangel an Progesteron führt. Aus diesem Grund bildet sich die Gebärmutterschleimhaut zurück. Kontraktionen in der Muskelschicht der Gebärmutterwand (Myometrium) und Verengung von Gefäßen führen zu einem Sauerstoffmangel in der Schleimhaut.
In dieser Phase werden Epithel und Bindegewebe der Schleimhaut enzymatisch abgebaut und mit ca. 50 ml Blut durch Kontraktionen der Muskelschicht der Gebärmutter abgestoßen. Ausgelöst wird die Menstruation durch den Mangel an Progesteron. Zurück bleibt eine Wundfläche, aus der sich in der folgenden Proliferationsphase die Schleimhaut regeneriert.
siehe auch: Follikelreifung, Anti-Baby-Pille, Menstruation


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