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Psychotherapie

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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1. Definition [bearbeiten]

Unter Psychotherapie versteht man die Behandlung geistig-seelisch bedingter, dysfunktionaler Zustände und/oder Strukturen eines Patienten bzw. Klienten durch direktive oder non-direktive Verfahren, welche ihre Wurzeln im Wesentlichen in der Entwicklung der Psychologie als Wissenschaft im Laufe des vergangenen Jahrhunderts haben.

2. Formen [bearbeiten]

In der Psychotherapie entwickelten sich zunächst zwei Hauptrichtungen, welche auch heute noch zu den erstattungsfähigen Verfahren im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung zählen:

2.1. Grundlage der Psychoanalyse [bearbeiten]

Die Psychoanalyse basiert auf einem Entwicklungsmodell des so genanten "Ich" als steuernde Instanz zwischen dem so genannten "Es" und "Über-Ich" auf dem Boden eigener triebhafter Bedürfnisse.

Dabei können Konflikte zwischen dem entsprechenden "Lust-" und "Realitätsprinzip" entstehen, die oft zunächst mit Hilfe der so genannten "Abwehrmechanismen" aus dem Bewußtsein ins Unbewußte verdrängt werden. Gelingt es dem Ich jedoch aus Schwäche dauerhaft nicht, diese Konflikte auf optimale Weise zu lösen, kommt es zur Entwicklung einer sogenannten Neurose - als Form einer lediglich "unteroptimalen" Konfliktlösung, da die "Triebabfuhr" nicht mehr auf das ursprüngliche Ziel der Bedürfnisbefriedigung gerichtet ist.

Die Psychoanalyse versucht nun über Bewußtmachung und Wiedererleben des inzwischen unbewußten ursprünglichen Konflikts im Rahmen eines Übertragungsprozesses auf den Psychoanalytiker, eine "Nachreifung" des Ichs über die Entwicklung diesmal optimaler Konfliktlösungen zu erreichen.

2.2. Grundlage der Verhaltenstherapie [bearbeiten]

Nach dem behavioristischen Modell hingegen entspringen menschliche Verhaltensweisen konditionierten "Reiz-Reaktions-Schemata" in Folge von Lernprozessen, welche sich gewissermaßen "erfolgsorientiert" manifestieren, je nachdem ob das zugrundeliegende "Ziel" im Sinne einer Bedürfnisbefriedigung erreicht wird.

Sind diese erlernten Konditionierungen vorwiegend irrationaler Natur, kommt es jedoch zu "fehlerlernten" Emotionen oder Verhaltensweisen, die in der Folge oft zu einem Leidensdruck führen. Ziel einer Verhaltenstherapie ist nun, diese irrationalen Strukturen des Denkens, Fühlens und Handelns durch neu erlernte rationale Alternativen zu ersetzen und einzuüben.

2.3. Weitere Formen der Psychotherapie [bearbeiten]

In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurden diese Richtungen einerseits weiterentwickelt, z.B. durch die Individualpsychologie nach Dr.Alfred Adler oder durch Aufnehmen kognitiver Elemente bei der Analyse und Veränderung von bewertungsrelevanten Inhalten bei der Verhaltenstherapie; andererseits entwickelten sich daneben auch weitere psychotherapeutische Richtungen, wie beispielsweise die Gesprächspsychotherapie oder die Gestalttherapie, welche eher auf humanistischen Persönlichkeitsmodellen beruhen. Denn sie betonen sowohl die Fähigkeit als auch das Recht auf Selbstbestimmung der Patienten/Klienten in Bezug auf ihre subjektive Wahrnehmung als auch auf eine Veränderung von Inhalten ihres persönlichen Bezugsrahmens oder ihres individuellen Selbstkonzeptes.

Der Therapeut versucht nun deren Eigenwahrnehmung emotionaler Erlebnisinhalte zu verdeutlichen, so dass die Patienten/Klienten z.B. durch Perspektivenwechsel, die Lösung für ihre Problematik, die sie gewissermaßen bereits selbst in sich tragen, zu erkennen und gegebenenfalls in ihre selbstgewählte Richtung hin zu korrigieren.

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3. Psychotherapeuten [bearbeiten]

Die selbständige Ausübung von Psychotherapie in Deutschland ist drei Berufsgruppen vorbehalten, wobei lediglich die ersten beiden für die Abrechnung bei Krankenkassen zugelassen sind:

  1. ärztlichen Psychotherapeuten (Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Psychotherapie)
  2. psychologischen Psychotherapeuten (mit eigener Approbation nach dem PsychThG)
  3. heilkundlichen Psychotherapeuten (in Besitz der Heilkundeerlaubnis nach dem HPG)

Daneben findet man inzwischen Psychotherapie als fest integriertes Angebot nicht nur psychiatrischen Kliniken, da durch die wachsende Anzahl psychischer und psychosomatischer Erkrankungen der Bedarf an zumindest begleitender Behandlung psychotherapeutischer Art mehr und mehr notwendig erscheint.

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