Antibasalmembran-Antikörper: Unterschied zwischen den Versionen
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==Literatur== | ==Literatur== |
Version vom 26. August 2024, 14:09 Uhr
Synonym: Glomerulus-Basalmembran-Antikörper, Anti-GBM
Definition
Antibasalmembran-Antikörper sind IgG-Antikörper gegen Bestandteile der glomerulären Basalmembran. Sie greifen das Typ-IV-Kollagen an. Das Zielantigen ist die nicht kollagene Domäne 1 der α3-Kette des Kollagen IV (α3(IV)NC1). Dies ist in der glomerulären Basalmembran der Niere und in der Basalmembran der Lungenalveolen lokalisiert.
Labormedizin
Antibasalmembran-Antikörper lassen sich mittels indirektem Immunfluoreszenztest an Nierengewebe nachweisen. Immunassays und Line-Blots mit aufgereinigtem Antigen sind ebenfalls verfügbar.
Material
Für die Untersuchung wird 1 ml Blutserum oder -plasma benötigt.
Referenzbereich
Der Wert für Anti-GBM im Blut ist im Normalfall negativ (Titer < 1:10).
Interpretation
Erhöhte Werte lassen sich bei einer Anti-GBM-Glomerulonephritis oder bei der Anti-GBM-Erkrankung (Goodpasture-Syndrom) nachweisen. Ein negativer Befund schließt ein Goodpasture-Syndrom nahezu aus. Bei ca. einem Drittel der Patienten mit Anti-GBM-Erkrankung lassen sich auch ANCA, überwiegend MPO-Antikörper, nachweisen.
Literatur
- Laborlexikon.de; abgerufen am 11.03.2021