Dimorpher Pilz: Unterschied zwischen den Versionen
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Dimorphe Pilze befallen in der Regel die [[Atemwege]], weshalb [[Bildgebendes Verfahren|bildgebende Verfahren]] angewendet werden sollten, um die [[Lunge]] zu begutachten. | Dimorphe Pilze befallen in der Regel die [[Atemwege]], weshalb [[Bildgebendes Verfahren|bildgebende Verfahren]] angewendet werden sollten, um die [[Lunge]] zu begutachten. | ||
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Falls auf den Nährmedien [[Kultur]]en gewachsen sind, die sich makromorphologisch unterscheiden, darf die Diagnostik in der Regel nicht weiter fortgeführt werden. Nach der [[Biostoffverordnung]] werden dimorphe Pilze der [[Risikogruppe]] III zugeordnet. Für die Untersuchung sind daher Labore mit der [[Schutzstufe]] 3 nötig, die in üblichen Kliniklaboratorien selten vorhanden sind. | Falls auf den Nährmedien [[Kultur]]en gewachsen sind, die sich makromorphologisch unterscheiden, darf die Diagnostik in der Regel nicht weiter fortgeführt werden. Nach der [[Biostoffverordnung]] werden dimorphe Pilze der [[Risikogruppe]] III zugeordnet. Für die Untersuchung sind daher Labore mit der [[Schutzstufe]] 3 nötig, die in üblichen Kliniklaboratorien selten vorhanden sind. | ||
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Version vom 5. Oktober 2015, 16:10 Uhr
von griechisch: di - zwei und morphe - Gestalt
Englisch: dimorphic fungus
Definition
Dimorphe Pilze sind Pilze, die ihre Makro- und Mikromorphologie abhängig von äußeren Faktoren wie der Temperatur verändern. Sie bilden bei 35-37°C Sprosszellen (Hefe-Phase) und bei 25-30°C ein Myzel aus (Myzel-Phase).
Arten
Zu den wichtigsten humanpathogenen Arten gehören:
Diese vier sind dimorphe Pilze im engeren Sinne und Erreger von primären und systemischen Mykosen. Candida albicans besitzt ebenfalls dimorphe Eigenschaften, wird jedoch üblicherweise nicht zu den klassischen dimorphen Pilzen gezählt.
Diagnostik
Dimorphe Pilze befallen in der Regel die Atemwege, weshalb bildgebende Verfahren angewendet werden sollten, um die Lunge zu begutachten. Patientenmaterial wie z.B. Sputum sollte auf Pilznährmedien überimpft werden. Es ist wichtig, dass zwei Nährmedien beimpft und bei den oben genannten verschiedenen Temperaturen inkubiert werden.
Falls auf den Nährmedien Kulturen gewachsen sind, die sich makromorphologisch unterscheiden, darf die Diagnostik in der Regel nicht weiter fortgeführt werden. Nach der Biostoffverordnung werden dimorphe Pilze der Risikogruppe III zugeordnet. Für die Untersuchung sind daher Labore mit der Schutzstufe 3 nötig, die in üblichen Kliniklaboratorien selten vorhanden sind.