Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

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Bis bald
Euer Flexikon-Team

Verzögerungsinsulin

Synonyme: Depot-Insulin, Basalinsulin, Basisinsulin, Langzeitinsulin, Intermediärinsulin
Englisch: intermediate-acting insulin, long-acting insulin

1 Definition

Ein Verzögerungsinsulin ist ein lang sowie langsam wirkendes Insulin, das mit Verzögerungssubstanzen wie Protamin, Surfen oder Zink angereichert und verarbeitet wird.

2 Wirkungsweise

Insuline bilden in Verbindung mit Protamin, Surfen oder Zink Verzögerungsinsuline, die verlangsamt resorbiert werden. So ergibt sich ein Depoteffekt. Die Wirkung des so präparierten Insulins hält dann nicht mehr nur vier bis sechs, sondern etwa 12 bis 36 Stunden an. Wie bei Normalinsulin ist die Wirkung dosisabhängig: je geringer die Dosis, desto kürzer wirkt es. Außerdem ist sie vom Verzögerungsstoff und der Injektionsstelle abhängig. Empfohlenen wird in der Regel der Oberschenkel.

Um die gewünschte Wirkung dieser Insuline zu erzielen, ist es notwendig, das Verzögerungsinsulin vor der Injektion gut zu mischen, da sich das an den Verzögerungsstoff gebundene Insulin im Bodensatz der Ampulle bzw. der Penpatrone befindet. Ein häufiges, zu starkes Schütteln kann allerdings die Wirkung vermindern, da so die Struktur des Insulins beeinträchtigt werden kann.

3 Arten von Verzögerungsinsulinen

3.1 NPH-Insulin (Neutral Protamin Hagedorn-Insulin)

Durch die Bindung von Insulin an das Eiweiß Protamin entstehen NPH-Insuline. Sie sind die Standardinsuline zur Abdeckung des nahrungsunabhängigen Grundbedarfs an Insulin.

Die Wirkung tritt etwa zwei Stunden nach der Injektion ein, die Maximalwirkung wird nach ca. 4 bis 6 Stunden erreicht und die Wirkdauer beträgt 8 bis 12 Stunden. NPH-Insuline können mit Normalinsulinen oder mit schnellwirksamen Insulinanaloga gemischt werden (Mischinsuline).

3.2 Zinkverzögertes Insulin

Die Wirkdauer von dem aus Insulinmolekülen mit Zinkionen hergestellten zinkverzögerten Insulinen beträgt 12 bis über 24 Stunden. So ist bei diesen Insulinen zur Deckung des Grundinsulinbedarfs meist nur eine Injektion am Tag notwendig. Sie finden vor allem bei der intensivierten konventionellen Insulintherapie (ICT) Verwendung. Allerdings werden diese kristallinen Verbindungen sehr unterschiedlich vom Körper aufgenommen, so dass die Behandlung mit ihnen keine ausreichende Sicherheit gewährleistet und sie nur noch selten zum Einsatz kommen.

3.3 Surfen-Verzögerungsinsulin

Durch die Verbindung von Insulin mit der synthetischen Substanz Surfen entstehen Surfen-Verzögerungsinsuline. Früher fanden diese Insuline häufige Verwendung, doch da den Injektionsstellen verstärkt Lipoatrophien und Lipodystrophien auftreten, sind diese Insuline heute nur noch selten in Gebrauch.

4 Anwendungsgebiete

Verzögerungsinsuline finden bei der konventionellen und bei der intensivierten konventionellen Insulintherapie Verwendung, zudem bei der Kombinationsbehandlung von Insulinen mit oralen Antidiabetika.

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