Vertikaler Überbiss
Synonyme: Overbite, frontaler Überbiss, Tiefbiss
Englisch: overbite
Definition
Beim vertikalen Überbiss handelt es sich um einen Begriff der Kieferorthopädie, der den maximalen vertikalen Abstand der Schneidekanten der zentralen Schneidezähne des Ober- und Unterkiefers in Schlussbissstellung bezeichnet. Die Angabe des vertikalen Überbisses erfolgt in mm.
Einteilung
Die Norm des vertikalen Überbisses liegt bei etwa 3 mm. Ein deutliche Abweichung im Sinne einer Dysgnathie liegt in folgenden Fällen vor:
- Tiefbiss: Von einem Tiefbiss spricht man, wenn die oberen Schneidezähne die unteren zu sehr überragen. Ein Tiefbiss ist definiert durch einen vertikalen Überbiss von mehr als 3 mm.
- Offener Biss: Ein offener Biss besteht, wenn die Schneidekanten der Schneidezähne von Ober- und Unterkiefer nicht aufeinandertreffen. Bei einem offenen Biss ist der angegebene Wert des vertikalen Überbisses stets negativ.
Therapie
Die Therapie ist abhängig von der Art und Schwere der Dysgnathie sowie vom Lebensalter und der genauen Ursache (dental vs. skelettal). Sie umfasst herausnehmbare und festsitzende kieferorthopädische Apparaturen wie Aktivatoren, Bionatoren, Aligner, Multibandapparaturen und temporäre skelettale Verankerungen (TADs, Miniimplantate). Beim Tiefbiss will man beispielsweise eine Intrusion der Frontzähne und eine Extrusion der Seitenzähne erzielen. Bei schweren skelettalen Tiefbissen sind kieferchirurgische Eingriffe notwendig.
Die Behandlungsdauer beträgt im Regelfall etwa 12 bis 24 Monate.
Literatur
- Memorix Zahnmedizin. Weber T, ed. 5., unveränderte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2017.