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Upright-MRT

Synonym: Upright-Magnetresonanztomografie

1 Definition

Das (oder die) Upright-MRT ist ein bildgebendes Verfahren der medizinischen Diagnostik. Es ist eine Variante der offenen Magnetresonanztomografie.

2 Konstruktionsweise

Das Upright-MRT arbeitet mit senkrecht stehenden Magnetpolen, im Gegensatz zu den zylindrisch gewickelten Magnetspulen des Röhren-MRT und den parallel zum Boden angebrachten Magneten in konventionellen (Sandwich-)Systemen.

Das Magnetfeld des Upright-MRT wird durch einen wassergekühlten Elektromagneten mit einer Feldstärke von 0,6 Tesla erzeugt. Ein 130 Tonnen schwerer Stahlkern verleiht diesem Magnetfeld eine extrem hohe Homogenität. Es verläuft zudem quer zum Patienten - anders als im Röhren-MRT, bei dem das Magnetfeld parallel zu Körperlängsachse ausgerichtet ist. Diese Bauweise des Upright-MRT ist im Wesentlichen dafür verantwortlich, dass die Untersuchung in verschiedenen Körperpositionen durchgeführt werden kann.[1]

3 Indikationen

Das Upright-MRT erlaubt es, die Ursachen bestimmter Beschwerden unter Belastungsbedingungen zu ermitteln. Manche Verlagerungen oder Veränderungen der Wirbelsäule werden erst in einer bestimmten Körperstellung bzw. Belastungssituation sichtbar, z.B. im Sitzen oder Stehen bzw. wenn der Patient eine spezifische Schmerzposition einnimmt. Ebenfalls möglich sind Bewegungsstudien mit mehreren Aufnahmen und unterschiedlichen Körperpositionen.[2]

Die Upright-MRT-Methode hat sich zum Beispiel bei der Diagnose von Bandscheibenvorfällen, Spondylolisthesis und belastungsabhängigen Rückenschmerzen bewährt. Sie eignet sich unter anderem zur Untersuchung von Beschwerden und Verletzungen an Schädel, Wirbelsäule, Kniegelenk, Hüftgelenk, Nerven, Becken und bei Arthrose.

4 Vorteile

Durch die spezielle Bauform des Upright-MRT-Systems befindet sich der Patient nicht in einer geschlossenen Röhre, weshalb die Untersuchung unter realitätsnahen Belastungsbedingungen in verschiedenen Körperpositionen durchgeführt werden kann, so zum Beispiel im Stehen oder Sitzen.

Patienten mit Klaustrophobie oder Neigung zu Beklemmungszuständen zeigen sich im Upright-MRT wesentlich toleranter gegenüber der Untersuchung. Durch seine offene Konstruktion ermöglicht das Upright-MRT unter Umständen auch dann eine Kernspin-Diagnose, wenn ein Aufenthalt im geschlossenen MRT durch körperliche Gegebenheiten, z.B. Adipositas oder bei Morbus Bechterew nicht möglich ist.

5 Quellen

  1. Frey, H.: Die positionale und funktionelle Bildgebung im Upright-MRT. mt-medizintechnik 136 (2016), Nr. 5, S. 24
  2. Proceedings of the 22nd Annual Meeting of the North American Spine Society Austin, Texas October 23-27, 2007 The Spine Journal - A Multidisciplinary Journal of Spinal Disorders Reprinted from September/October 2007 volume 7, number 5S

Fachgebiete: Radiologie

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