Trident-Zeichen
von lateinisch: "tri" - drei und "dens" - Zahn bzw. "tridens" - Dreizack
Englisch: trident sign
Definition
Das Trident-Zeichen ist ein radiologisches Zeichen, das im Zusammenhang mit einer spinalen Neurosarkoidose beschrieben wird. Es ist in axialen T1-gewichteten MRT-Sequenzen mit Kontrastmittel (Gadolinium) sichtbar und zeigt ein charakteristisches Bild, das an einen Dreizack (Trident) erinnert.
Bildgebung
Das Zeichen ist typischerweise bei einer longitudinal ausgedehnten transversen Myelitis des Rückenmarks zu sehen. Die typische Konfiguration umfasst:
- zentrale Kontrastmittelaufnahme im Zentralkanal
- zusätzlich beidseitig dorsal halbmondförmige subpiale Kontrastmittelanreicherungen
Diese drei Kontrastmittelanreicherungen – eine zentrale und zwei dorsale – ergeben zusammen das tridentförmige Muster, das namensgebend für das Zeichen ist.
Meist ist das Trident-Zeichen nicht über die gesamte Ausdehnung der longitudinalen Kontrastmittelaufnahme kontinuierlich nachweisbar. Die Ausprägung kann variieren und unvollständig sein – gelegentlich fehlt eine der seitlichen Zacken.
Als Variante wurde das umgekehrte Trident-Zeichen ("reverse trident sign") beschrieben: auf axialen T1-Sequenzen nach Gadoliniumgabe zeigt sich eine subpiale Kontrastmittelanreicherung, die zusammen mit der zentralen intramedullären Anreicherung das spiegelbildliche Muster des klassischen Trident-Zeichens ergibt.[1]
Klinische Bedeutung
Das Trident-Zeichen kann im MRT ein Hinweis auf eine Neurosarkoidose sein. Die Sensitivität ist jedoch eingeschränkt, da das Zeichen nur in einem Teil der Fälle nachweisbar ist.
Einige Autoren beschreiben das Zeichen als hilfreiches Merkmal, um eine Neurosarkoidose von anderen Ursachen einer longitudinal ausgedehnten Myelitis abzugrenzen (z.B. NMOSD, Multiple Sklerose oder andere entzündliche Myelopathien).[2][3] Seine Spezifität ist jedoch ebenfalls begrenzt, da trident-ähnliche Kontrastmittelmuster in Einzelfällen auch bei anderen Erkrankungen berichtet wurden, u.a. bei HTLV-1-assoziierter Myelopathie, primärem ZNS-Lymphom des Rückenmarks oder GFAP-assoziierter Meningoenzephalomyelitis.[4][5][6]
Literatur
- Sharma R, Glick Y, Garnham J, et al. Trident sign (neurosarcoidosis). Reference article, Radiopaedia.org. https://doi.org/10.53347/rID-172832, zuletzt besucht 26.05.2025.
- Zalewski N, Krecke K, Weinshenker B et al. Central Canal Enhancement and the Trident Sign in Spinal Cord Sarcoidosis. Neurology. 2016;87(7):743-4. doi:10.1212/WNL.0000000000002992.
- Gibbons E, Whittam D, Jacob A, Huda S. Images of the Month 1: Trident Sign and Neurosarcoidosis. Clin Med (Lond). 2021;21(6):e667-8. doi:10.7861/clinmed.2021-0596.
- Nolte J, Ten Dam L, van de Beek D, Brouwer M. Clinical Characteristics and Outcome of Neurosarcoidosis-Associated Myelitis: A Retrospective Cohort Study and Review of the Literature. Eur J Neurol. 2022;29(6):1763-70. doi:10.1111/ene.15295.
Quellen
- ↑ Jaafari AM et al. Ventral Subpial and Central Cord Enhancement in Spinal Neurosarcoidosis: The Reverse Trident Sign. Neurology, 2025.
- ↑ Beitollahi A et al. Trident Sign: The Key Magnetic Resonance Imaging Finding Distinguishing Spinal Cord Sarcoidosis From Multiple Sclerosis and Seropositive Neuromyelitis Optica Spectrum Disorder. Ochsner Journal, 2024.
- ↑ Jolliffe EA et al. Trident sign trumps Aquaporin-4-IgG ELISA in diagnostic value in a case of longitudinally extensive transverse myelitis. Multiple Sclerosis and Related Disorders, 2018.
- ↑ Dixon L et al. Imaging Spectrum of HTLV-1–Related Neurologic Disease: A Pooled Series and Review. Neurology Clinical Practice, 2023.
- ↑ Griffin KJ et al. “Trident Sign” in Primary CNS B-Cell Spinal Cord Lymphoma. Neurology, 2023.
- ↑ Mallett NS et al. Teaching NeuroImages: Trident Sign in GFAP-Associated Meningoencephalomyelitis. Neurology, 2026.