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Os lacrimale (Veterinärmedizin)

(Weitergeleitet von Tränenbein (Veterinärmedizin))

Synonym: Tränenbein
Englisch: lacrimal bone

1 Definition

Als Os lacrimale oder Tränenbein bezeichnet man einen kleinen Knochen beim Haussäugetier, der zum Gesichtsschädel (Viszerokranium) gezählt wird.

2 Anatomie

Das Os lacrimale liegt an der rostralen Wand der Orbita (Augenhöhle). Es fügt sich bei den verschiedenen Haussäugetieren unterschiedlich zwischen Os frontale (Stirnbein), Os zygomaticum (Jochbein), Maxilla (Oberkieferbein) sowie Os nasale (Pferd und Wiederkäuer) ein.

An der Außenfläche (Facies lateralis) des Os lacrimale unterscheidet man die Augenhöhlenfläche (Facies orbitalis) und die Gesichtsfläche (Facies facialis). Letztere ist beim Hund sehr klein bzw. fehlt bei der Katze ganz. Die Facies orbitalis und Facies facialis gehen mediorostral im Margo supra- bzw. infraorbitalis ineinander über. An diesem Rand erhebt sich beim Pferd und Wiederkäuer der Processus lacrimalis caudalis.

An der Facies lateralis ist beim Pferd zusätzlich ein Processus lacrimalis rostralis ausgebildet. Gleichzeitig beteiligt sie sich beim Schwein an der Bildung der Fossa canina bzw. ist beim Schaf zur Fossa lacrimalis externa eingedellt.

Die Facies orbitalis beherbergt nahe dem Orbitarand den in den Tränennasengang (Ductus nasolacrimalis) führenden Tränentrichter (Fossa sacci lacrimalis). An dessen Stelle findet man beim Schwein zwei Foramina lacrimalia, die hier jedoch an der Facies facialis ausgebildet sind.

Die Facies orbitalis ist (kaudal vom Tränentrichter) zur Fossa musculi obliqui ventralis vertieft, um dem Musculus obliquus ventralis Platz zu gewähren. Beim Wiederkäuer ist die Facies orbitalis zur mächtigen Bulla lacrimalis aufgetrieben, die in ihrem Inneren einen Teil der Kieferhöhle (Sinus maxillaris) aufnimmt.

Die Innenfläche des Os lacrimale (Facies nasalis) beteiligt sich an der Begrenzung der Kieferhöhle bzw. beim Wiederkäuer der Tränenbeinhöhle und enthält den knöchernen Tränengang (Canalis lacrimalis). Gleichzeitig können noch zusätzliche Aussackungen zur Stirnbeinhöhle (Schwein und kleine Wiederkäuer) sowie zur Kieferhöhle bestehen.

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band I: Bewegungsapparat. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004
  • König, Horst Erich, and Hans-Georg Liebich. Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. Schattauer Verlag, 2014.

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