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Tonizität

von altgriechisch τόνος ("tónos") - Spannung, Anspannung
Synonyme: osmotischer Gradient, effektive Osmolarität
Englisch: tonicity

1 Definition

Die Tonizität ist ein dimensionsloses Maß für den Unterschied im osmotischen Drucks zwischen zwei Lösungen, die durch eine semipermeable Zellmembran voneinander getrennt sind.

2 Hintergrund

Die Tonizität wird nur durch gelöste Stoffe hervorgerufen, die nicht durch die Membran treten können. Gelöste Stoffe, die sich frei durch die Membran bewegen können, beeinflussen die Tonizität nicht.

Die Tonizität des menschlichen Plasmas wird vor allem von Natrium beeinflusst.

3 Einteilung

Der osmotische Druck einer Zelle kann im Vergleich zum Umgebungsmedium niedriger, höher oder gleich sein. Entsprechend unterscheidet man:

  • Hypotonizität: Der osmotische Druck außerhalb der Zelle ist niedriger. Die extrazelluläre Flüssigkeit enthält weniger osmotisch wirksame Teilchen, wodurch sie hypoton ist. In der Folge kommt es zu einem Influx von Wasser in die Zelle, um das Druckgefälle auszugleichen. Die Zelle schwillt an.
  • Isotonizität: Der osmotische Druck außerhalb der Zelle entspricht dem Druck des Zytoplasmas. Wasser wechselt im selben Umfang in die Zelle wie aus ihr heraus. Das Zellvolumen bleibt unverändert.
  • Hypertonizität: Der osmotische Druck außerhalb der Zelle ist höher. Die extrazelluläre Flüssigkeit enthält mehr osmotisch wirksame Teilchen, wodurch sie hyperton ist. Das Zytoplasma wird entsprechend als hypoton bezeichnet. In der Folge kommt es zu einem Efflux von Wasser aus der Zelle, um das Druckgefälle auszugleichen. Die Zelle schrumpft.

4 Klinik

Eine Hypotonizität des Blutes kann bei einer Hyponatriämie auftreten. Durch Überschuss an Glukose, Natrium oder Sorbitol kann es beispielsweise zu einer Hypertonizität des Blutes kommen.

Diese Seite wurde zuletzt am 20. Mai 2020 um 19:24 Uhr bearbeitet.

Unter "Hintergrund" ja schon gesagt, dass es sich dabei um gelöste Teilchen handeln muss, die nicht membrangängig sind. Ich hab es trotzdem mal präzisiert.
#2 am 10.04.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
"Der osmotische Druck außerhalb der Zelle ist niedriger. Die extrazelluläre Flüssigkeit enthält weniger gelöste Teilchen, wodurch sie hypoton ist." Müsste es nicht heißen "...enthält weniger OSMOTISCH WIRKSAME gelöste Teilchen..." , da man es nur so von der Hypoosmolarität abheben kann bzw. um den Unterschied zwischen Isoton und isoosmolar hervorzuheben?!
#1 am 09.04.2018 von Fabian Hof (Student/in (andere Fächer))

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