Tellur
von lateinisch: tellus - Erde
Elementsymbol: Te
Englisch: tellurium
Definition
Tellur, kurz Te, ist ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 52. Es handelt sich um ein seltenes Halbmetall. Tellur befindet sich im Periodensystem der Elemente in der Periode 5 und in der Gruppe 16 (Chalkogene).
Eigenschaften
Kristallines Tellur ist bei Raumtemperatur fest und silberweiß metallisch glänzend. Es ist spröde und kann daher unter Druck leicht pulverisiert werden. Der Schmelzpunkt von Tellur liegt bei 449,51 °C, der Siedepunkt bei 990 °C. Bei höheren Temperaturen ist das Element reaktiv und reagiert mit Sauerstoff zu TeO2 oder mit Chlor zu TeCl4.
Te wird als Legierungsbestandteil vor allem für Kupfer und rostfreien Stahl zur Verbesserung der Bearbeitbarkeit eingesetzt. Gläser aus Tellurdioxid haben hohe Brechungsindizes und werden daher zur Herstellung von Lichtwellenleitern eingesetzt.
Vorkommen
Obwohl Tellur ein selten vorkommendes Element ist, bildet es eine relativ große Anzahl von Mineralen, darunter Coloradoit, Weissit, Altait und Hessit.
Geschichte
Tellur wurde 1782 von dem österreichischen Chemiker Franz Joseph Müller von Reichenstein bei Untersuchungen von Gold-Erzen aus der Grube Mariahilf nahe Sibiu (dt. Hermannstadt, Siebenbürgen, Rumänien) entdeckt. Das Elementsymbol Te wurde 1814 von dem schwedischen Chemiker Jöns Jakob Berzelius vorgeschlagen und wird bis heute verwendet.
Klinische Relevanz
Tellur besitzt keine physiologischen Funktionen im menschlichen Stoffwechsel und wird normalerweise nicht im Organismus angetroffen. In Form von leichtlöslichen Tellurverbindungen wie Alkalimetall-Telluraten (z.B. Na2TeO3) kann Tellur durch Hautkontakt oder Verschlucken in den Körper gelangen. Sie bilden durch Reduktion giftiges Dimethyltellurid, das zur Schädigung von Blut, Leber, Herz und Nieren führen kann.