Schockindex
Synonyme: Schock-Index nach Allgöwer und Burri, Schock-Index
Definition
Hintergrund
Der Schockindex findet weiterhin in der klinischen Praxis Anwendung und wird u.a. in der aktuellen S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzen-Behandlung aufgegriffen.[1] Dabei gilt ein Schockindex > 0,9 als mögliches Kriterium für eine Schockraumalarmierung.
Berechnung
Der Schockindex ist der Quotient aus Puls oder Herzfrequenz und systolischem Blutdruck:
Daraus ergibt sich die Einheit 1/mmHg*min; in der Praxis wird der Schockindex jedoch meist dimensionslos angegeben.
Rechner
Interpretation
Der Schockindex wird wie folgt bewertet:
- 0,5 bis 0,7 – physiologisch
- > 1 – manifester Schock
- > 1,5 – schwerer Schock
Bei der Interpretation des Schockindex besteht die Gefahr, den eigentlichen Schockzustand zu unterschätzen. Ein Beispiel ist der hypovolämische Schock, der bei jüngeren bzw. fitten Patienten durch die Sympathikusaktivierung weitgehend kompensiert wird. Dadurch wird er unzureichend durch den Schockindex abgebildet. Des Weiteren kann bei initialer Bradykardie, z.B. durch Einnahme von Betablockern, der Schockindex falsch-normale Werte anzeigen.
Quellen
- ↑ AWMF online – S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung. 2022