Vulva
Synonyme: Pudendum femininum, Cunnus, äußere weibliche Geschlechtsorgane, weibliche Scham (obsolet)
Englisch: vulva, cunnus
Definition
Als Vulva bezeichnet man die äußeren, primären Geschlechtsorgane der Frau.
Anatomie
Zur Vulva zählen folgende anatomische Strukturen:
- Mons pubis (Venushügel)
- Labia majora pudendi (äußere Schamlippen bzw. Vulvalippen)
- Labia minora pudendi (innere Schamlippen bzw. Vulvalippen)
- Klitoris (Kitzler)
- Vestibulum vaginae (Scheidenvorhof bzw. Vaginavorhof)
- Meatus urethrae externus (Harnröhrenöffnung)
- Introitus vaginae (Scheideneingang bzw. Vaginaeingang)
Die von beiden äußeren Schamlippen in der Mitte gebildete Spalte wird als Rima pudendi (Schamspalte) bezeichnet. Die kraniale Vereinigungsstelle der beiden äußeren Schamlippen nennt man vordere Kommissur (Commissura labiorum anterior), die kaudale hintere Kommissur (Commissura labiorum posterior).
Der Hymen, ein dehnbarer Gewebesaum am Scheideneingang, ist ein zusätzliches Element der Vulva. Die posterior gelegene Übergangszone zwischen der Vulva und dem After wird als Perineum (Damm) bezeichnet.
Terminologie
In der klinischen Alltagssprache wird meist verkürzt nur von "Labia majora" und "Labia minora" gesprochen. Der deutsche Begriff "Schamlippen" ist derzeit (2026) noch deutlich verbreiteter als der Begriff "Vulvalippen".
Gefäßversorgung
Die arterielle Versorgung der Vulva erfolgt überwiegend über die Arteria pudenda interna, die aus der Arteria iliaca interna hervorgeht. Wichtige Äste sind die Arteria perinealis sowie die Arteria dorsalis clitoridis und die Arteria profunda clitoridis.
Zusätzlich erfolgt die Versorgung der vorderen Anteile (v.a. Mons pubis und Labia majora) über Äste der Arteria pudenda externa aus der Arteria femoralis.
Der venöse Abfluss erfolgt über die Venae pudendae internae in die Vena iliaca interna sowie über die Venae pudendae externae in die Vena femoralis.
Innervation
Für sensible Innervation der Vulva ist überwiegend der Nervus pudendus (S2–S4) verantwortlich, insbesondere der Nervus dorsalis clitoridis, der die Klitoris versorgt, sowie die Nervi perineales.
Zusätzlich tragen Äste des Nervus ilioinguinalis (L1) und des Ramus genitalis nervi genitofemoralis (L1–L2) zur sensiblen Innervation der vorderen Anteile (Mons pubis, Labia majora) bei. Die autonome Innervation erfolgt über Fasern des Plexus hypogastricus inferior.
Lymphabfluss
Die Lymphe der Vulva fließt in die Nodi lymphoidei inguinales superficiales ab. Von dort gelangt sie in die Nodi lymphoidei inguinales profundi und anschließend in die Nodi lymphoidei iliaci externi.
Die Lymphe der Klitoris und der tiefen Anteile kann teilweise direkt in die Nodi lymphoidei iliaci interni drainieren.
Entwicklung
Während der Pubertät verändert sich die Vulva unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone. Sie vergrößert sich und zeigt eine stärkere Pigmentierung. Dabei treten die einzelnen Strukturen der Vulva deutlicher hervor, vor allem die Klitoris und die kleinen und großen Schamlippen.
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