Rezirkulation
von lateinisch: re - zurück; circulare - bewegen
Definition
Der Begriff Rezirkulation wird in der Medizin in unterschiedlichen Kontexten verwendet. Allgemein bezeichnet er die Rückführung bestimmter Substanzen oder Zellen in einen bereits durchlaufenen Kreislauf oder in eine vorherige Phase.
Hämodialyse
In der Hämodialyse beschreibt Rezirkulation den Anteil des bereits dialysierten Blutes, der über den Zugang (z.B. Dialyseshunt oder Dialysekatheter) erneut in den Dialysekreislauf gelangt, ohne sich zuvor vollständig mit dem systemischen Blut vermischt zu haben.
Man unterscheidet zwischen kardiopulmonaler Rezirkulation und Zugangsrezirkulation, deren Summe als totale Rezirkulation bezeichnet wird. Bei einem Dialyseshunt gilt eine Rezirkulation von > 10 % als abklärungsbedürftig, Werte > 20 % sprechen für ein manifestes Shuntproblem.
Veno-venöse extrakorporale Membranoxygenierung
Im Kontext der veno-venösen extrakorporalen Membranoxygenierung (VV-ECMO) bezeichnet Rezirkulation den Anteil des mit Sauerstoff angereicherten Blutes, der direkt von der Rückführungs- in die Entnahmekanüle gelangt, ohne den systemischen Kreislauf zu durchlaufen. Dies reduziert die Effektivität der ECMO-Therapie und kann die Oxygenierung des Patienten beeinträchtigen.
Lymphozyten
Lymphozyten zirkulieren aktiv zwischen Blut, lymphatischen Organen und peripheren Geweben, um Antigene zu erkennen und Immunantworten zu koordinieren. Dabei migrieren sie gezielt in ihre Ursprungsorgane (auch "Homing" genannt). Dieser Vorgang wird in der Immunologie ebenfalls als Rezirkulation bezeichnet.
Quellen
- Wiedle et al., Current concepts in lymphocyte homing and recirculation, Crit Rev Clin Lab Sci, 2001
- Sherman und Kapoian, Recirculation, urea disequilibrium, and dialysis efficiency: peripheral arteriovenous versus central venovenous vascular access, Am J Kidney Dis, 1997
- Hemodialysis Adequacy 2006 Work Group, Clinical practice guidelines for hemodialysis adequacy, update 2006, Am J Kidney Dis, 2006