Rebound-Hirnödem
Definition
Das Rebound-Hirnödem bezeichnet die sekundäre Zunahme eines Hirnödems nach vorausgegangener Rückbildung, meist im zeitlichen Zusammenhang mit dem Absetzen oder der Reduktion einer antiödematösen Therapie.
Hintergrund
Es handelt sich um kein eigenständiges Krankheitsbild. Der Begriff wird vor allem in der Neurointensivmedizin verwendet. Beschrieben ist das Phänomen insbesondere nach osmotherapeutischer Behandlung mit Mannitol oder hypertoner Kochsalzlösung. Eine einheitliche Definition oder Kodierung existiert nicht.
Abgrenzung
Abzugrenzen ist das Rebound-Hirnödem vom kontinuierlich progredienten Hirnödem ohne vorherige Rückbildung. Voraussetzung ist ein initiales Ansprechen auf eine antiödematöse Therapie.
Pathophysiologie
Zugrunde liegt eine erneute Flüssigkeitsverschiebung in das Hirnparenchym. Diskutiert werden persistierende osmotische Gradienten sowie eine gestörte Blut-Hirn-Schranke. Eine intrazelluläre Anreicherung osmotisch aktiver Substanzen fördert den Flüssigkeitseinstrom.
Klinik
Klinisch zeigt sich eine erneute neurologische Verschlechterung. Typisch sind Vigilanzminderung, fokale neurologische Defizite und Zeichen des erhöhten intrakraniellen Drucks. Der Beginn kann verzögert auftreten.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt primär bildgebend mittels Computertomographie oder Magnetresonanztomographie. Nachweisbar ist eine erneute Zunahme der Hirnschwellung oder eine Verstärkung raumfordernder Effekte.
Therapie
Die Behandlung zielt auf die erneute Kontrolle des intrakraniellen Drucks. Eingesetzt werden osmotherapeutische Maßnahmen, Sedierung und invasive Druckmessung. Die Therapieanpassung erfolgt schrittweise unter Monitoring.
siehe auch: Hirnödem und Hirndrucktherapie