Reanimationsbrett
Synonyme: Rea-Board, Reanimationsboard, Rea-Brett, Reanimationsplatte
Englisch: cardiopulmonary resuscitation board
Definition
Ein Reanimationsbrett ist ein starres, flaches Brett, das bei der kardiopulmonalen Reanimation unter dem Oberkörper eines Patienten positioniert wird. Es ermöglicht auch auf nachgiebigen Unterlagen effektive Thoraxkompressionen.
Hintergrund
Die Qualität der Thoraxkompressionen ist ein wichtiger Faktor für ROSC, Überleben und neurologisches Outcome. Bei Reanimationen im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen findet die Reanimation häufig im Bett statt. Weiche Matratzen führen dazu, dass ein relevanter Teil der Kompressionsbewegung in der Unterlage absorbiert und nicht effektiv auf den Thorax übertragen wird. Dadurch wird die tatsächlich wirksame Kompressionstiefe überschätzt, selbst wenn externe Feedbacksysteme scheinbar adäquate Werte anzeigen. Das Reanimationsbrett ist als einfache mechanische Lösung konzipiert, um diesen Effekt zu begrenzen.
Evidenzlage
Die Evidenz zum Reanimationsbrett ist begrenzt. Manikin- und Simulationsstudien zeigen konsistent, dass auf weichen Matratzen ohne harte Unterlage die effektive Thoraxkompression deutlich geringer ist, als die gemessene oder subjektiv empfundene Tiefe. Durch ein Reanimationsbrett kann dieser Effekt reduziert, aber nicht vollständig aufgehoben werden.
Für patientenrelevante Endpunkte wie ROSC, Überleben bis zur Entlassung oder gutes neurologisches Outcome existieren derzeit (2026) keine belastbaren randomisierten Studien, die einen unabhängigen Vorteil des Reanimationsbretts belegen. Entsprechend wird es in Leitlinien nicht als obligat empfohlen. Sowohl die ERC- als auch die AWMF-Leitlinien betonen, dass Unterbrechungen der Thoraxkompressionen vermieden werden müssen und dass das Unterlegen eines Brettes keinen Zeitverlust verursachen darf.
Alternativen
Als Alternative gelten moderne Krankenhausbetten mit integrierter Reanimationsfunktion. Durch mechanische Versteifung oder Absenkung der Matratze wird die Nachgiebigkeit der Unterlage deutlich reduziert. Diese Systeme können unmittelbar und ohne Umlagerung des Patienten aktiviert werden und adressieren damit dasselbe strukturelle Problem wie das Reanimationsbrett, jedoch mit geringerem Risiko relevanter CPR-Unterbrechungen.
Literatur
- DGPR: Empfehlungen zur Sicherstellung der Notfalltherapie, abgerufen am 09.01.2026
- Deutscher Rat für Wiederbelebung: Reanimationsleitlinien 2025, GRC 2025, abgerufen am 09.01.2026