Qualitätsmodell nach Donabedian
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Loslegennach dem armenisch-libanesisch-amerikanischen Arzt und Gesundheitswissenschaftler Avedis Donabedian (1919–2000)
Definition
Das Qualitätsmodell nach Donabedian ist ein Konzept zur Beurteilung der Versorgungsqualität im Gesundheitswesen. Es differenziert die Versorgungsqualität in Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität.
Hintergrund
Das Modell dient der systematischen Beschreibung und Bewertung medizinischer, pflegerischer und organisatorischer Qualität. Es geht davon aus, dass gute Strukturen die Wahrscheinlichkeit guter Prozesse erhöhen und gute Prozesse wiederum bessere Ergebnisse begünstigen. Dieser Zusammenhang ist jedoch nicht streng deterministisch; ein gutes Ergebnis kann trotz ungünstiger Bedingungen auftreten, und gute Strukturen garantieren nicht in jedem Einzelfall ein gutes Behandlungsergebnis.
Qualitätsdimensionen
- Die Strukturqualität beschreibt die Rahmenbedingungen der Versorgung, etwa Personalqualifikation, technische Ausstattung, räumliche Bedingungen, Organisation, Leitlinienverfügbarkeit und Dokumentationssysteme.
- Die Prozessqualität umfasst das tatsächliche Handeln in Diagnostik, Therapie, Pflege, Kommunikation und Koordination, also ob Versorgung fachgerecht, zeitgerecht und nachvollziehbar erfolgt.
- Die Ergebnisqualität bewertet die Folgen der Versorgung, etwa Heilung, Komplikationen, Mortalität, Arbeitsfähigkeit, Lebensqualität, Patientenzufriedenheit oder Wiederaufnahmeraten.
Bedeutung
Das Modell ist eine Grundlage des Qualitätsmanagements im Gesundheitswesen. Es hilft, Qualitätsprobleme differenziert zu analysieren: Ein schlechtes Ergebnis kann auf mangelnde Ressourcen, fehlerhafte Abläufe oder patientenbezogene Faktoren zurückgehen. Für Qualitätsindikatoren ist die Einordnung wichtig, weil Strukturindikatoren meist leichter zu erfassen sind, Prozessindikatoren die Versorgungsdurchführung näher abbilden und Ergebnisindikatoren besonders patientenrelevant, aber oft stärker von Risikoprofil und Kontext abhängig sind.