Q-Zacke
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LoslegenEnglisch: q wave
Definition
Die Q-Zacke ist die erste Zacke des QRS-Komplexes im Elektrokardiogramm. Sie weist in die entgegengesetzte Richtung der R-Zacke.
Bedeutung
Die physiologische Q-Zacke entsteht durch die initiale Depolarisation des Interventrikularseptums, die überwiegend von links nach rechts verläuft. Dadurch ist der resultierende Summationsvektor in einigen Ableitungen von der positiven Elektrode weg gerichtet und wird als kleine negative Auslenkung registriert. Physiologische Q-Zacken finden sich in der Regel nur in Ableitungen mit hohen R-Zacken, vor allem in den linkspräkordialen und lateralen Ableitungen (z.B. I, aVL, V5 und V6).
Dimensionen
Pathologisches Q
Als pathologisches Q (historisch: Pardee-Q) bezeichnet man eine verbreiterte und vertiefte Q-Zacke. Es liegt vor, wenn die Q-Zacke eine Dauer von mindestens 40 ms aufweist und ihre Tiefe mehr als 25 % der Amplitude der nachfolgenden R-Zacke beträgt.
Ein pathologisches Q weist auf einen Verlust elektrisch aktiven Myokards hin und ist ein typischer EKG-Befund nach transmuralem Myokardinfarkt. Es kann jedoch auch bei anderen Herzerkrankungen auftreten, beispielsweise bei einem Herzwandaneurysma, einer hypertrophen Kardiomyopathie oder seltener im Rahmen anderer Kardiomyopathien.
Die Lokalisation pathologischer Q-Zacken kann Hinweise auf die betroffene Myokardregion geben. Beispiele sind:
- laterale Ableitungen (I, aVL, V5, V6): lateraler bzw. ausgedehnter Vorderwandinfarkt
- inferiore Ableitungen (II, III, aVF): inferiorer bzw. Hinterwandinfarkt
- Brustwandableitungen V1–V4: Septum- oder Vorderwandinfarkt
Ob ein Myokardinfarkt akut oder abgelaufen ist, lässt sich anhand der Q-Zacke allein nicht beurteilen. Hierzu müssen zusätzlich Veränderungen der Erregungsrückbildung, insbesondere ST-Hebungen und T-Wellen-Veränderungen, berücksichtigt werden.