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Psychologische Faktoren, die eine körperliche Krankheit beeinflussen

Englisch: psychological factors affecting other medical conditions

1 Definition

Der Begriff Psychologische Faktoren, die eine körperliche Krankheit beeinflussen ist eine Diagnose nach dem DSM-5, die eine somatisch-psychologische Wechselwirkung beschreibt. Sie gehört in die Kategorie "Somatische Belastungsstörung und verwandte Störungen".

Im ICD-10 ist die Störung vergleichbar mit der Diagnose Psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten (F54).

2 Epidemiologie

Die Prävalenzraten sind unklar. Es liegen lediglich Schätzungen privater US-amerikanischer Versicherungen vor, nach denen die Störung häufiger auftritt als die der Somatisierungsstörung (1-Jahres-Prävalenz zwischen 1% und 10%). Die Störung kann in jedem Lebensalter auftreten. Es haben sich einige psychologische Faktoren gezeigt, die für bestimmte Lebensabschnitte typisch sind. So kann es bspw. bei älteren Menschen zu Stressreaktionen aufgrund der aufkommenden Pflegebedürftigkeit des Partners kommen, welche die Störung Psychologische Faktoren, die eine körperliche Krankheit beeinflussen begünstigen.

3 Symptome

Als Kardinalkriterium gilt das Vorliegen eines körperlichen Symptoms bzw. einer körperlichen Krankheit, deren Manifestation, Verlauf oder Therapie durch psychologische Faktoren oder Verhaltensfaktoren negativ beeinflusst wird. Die Faktoren können ein riskantes Gesundheitsverhalten darstellen und sich nachteilig auf die zugrunde liegende Pathophysiologie auswirken.

Ein Beispiel für die Diagnose kann der Ruhetremor bei Parkinson-Patienten darstellen. Oft zeigt sich ein angstinduzierter Anstieg des Tremors unter sozialen Anforderungen (bspw. das Halten einer Rede), der zu einem sozialen Rückzug der Patienten führt und die Alltagskompetenz der Betroffenen vermindert. Somit stellen die sozialen Anforderungen den psychologischen Faktor dar, der sich beim Vorliegen der körperlichen Krankheit Morbus Parkinson nachteilig auf den Verlauf der Erkrankung auswirkt. Durch die verminderte Alltagskompetenz zeigt sich der Tremor unter neuen sozialen Anforderungen in einem stärkeren Maß und die Symptomatik des Morbus Parkinson exazerbiert.

4 Differentialdiagnose

5 Therapie

Begleitend zur somatischen Grundversorgung der körperlichen Krankheit durch Ärzte, bietet sich eine Psychotherapie an. Je nach Art des psychologischen bzw. Verhaltensfaktors können verschiedene Maßnahmen eingeleitet werden, z.B. Symptomprovokationen, Psychoedukation oder der Aufbau angenehmer Aktivitäten.

6 Quellen

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