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Pseudoexfoliatives Glaukom

Synonyme: Exfoliatives Glaukom, PXF-Glaukom
Englisch: pseudoexfoliation glaucoma, exfoliation glaucoma

1 Definition

Das Pseudoexfoliative Glaukom ist eine Form des Glaukoms, das durch eine Ablagerung von granulärem, proteinähnlichem Material am Rand der Iris und an der Innenseite der Augenvorderkammer ausgelöst wird.

2 Hintergrund

Die Grundlage des pseudoexfoliativen Glaukoms ist das so genannte pseudoexfoliative Syndrom (PXF). Darunter versteht man eine systemische Störung, die eine Ablagerung von proteinähnlichem Material im vorderen Abschnitt des Auges, vor allem in der vorderen Linsenkapsel, aber auch in anderen Organen hervorruft. Etwa 50% der Patienten mit PXF entwickeln auch ein pseudoexfoliatives Glaukom. Im Gegensatz zum primären Offenwinkelglaukom schreitet die Erkrankung schneller fort und reagiert meist schlecht auf eine medikamentöse Intervention, so dass häufig die Notwendigkeit einer chirurgischen Therapie besteht.

3 Ätiologie

Die Ursachen der pseudoexfoliativen Glaukoms sind nicht vollständig geklärt. Genetische Studien haben gezeigt, dass das pseudoexfoliative Syndrom gehäuft bei Mutationen des LOXL1-Gens auftreten. Das LOXL1-Gen spielt eine wichtige Rolle im Elastin-Stoffwechsel. Defekte des Gens scheinen zur Produktion des pseudoexfoliativen Materials zu führen. Zwei singuläre Nukleotid-Polymorphismen (SNPs) sind mit einem hohen PXF-Risiko verbunden und in nahezu allen Fällen eines PXF-Glaukoms nachweisbar. Die Anwesenheit des Gendefekts führt aber nicht zwangsläufig zum Glaukom. Zusätzlich scheinen noch nicht identifizierte Umweltfaktoren eine Rolle zu spielen.

Fachgebiete: Augenheilkunde

Diese Seite wurde zuletzt am 9. Februar 2019 um 23:49 Uhr bearbeitet.

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