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Progressive Paralyse

Englisch: progressive paralysis

1 Definition

Die progressive Paralyse ist eine Erscheinungsform der Neurosyphilis, die als Psychose mit neurologischen Ausfällen verläuft.

Im Allgemeinen bezeichnet der Begriff "progressive Paralyse" den fortschreitenden Ausfall der motorischen Funktion eines oder mehrerer Körperregionen, wie sie beispielsweise bei Poliomyelitis oder Vergiftung mit bestimmten Nervengiften auftritt.

2 Klinik

Die progressive Paralyse bei Neurosyphilis ist auf eine chronisch-progredient verlaufende, frontal betonte Meningoenzephalitis zurückzuführen. Sie tritt in der Regel 8-10 Jahre oder noch später nach der Infektion auf.

Im Vordergrund der klinischen Symptomatik steht eine fortschreitende Demenz bzw. Psychose. Klinisch werden drei psychotische Verläufe unterschieden:

  • demente Form mit Affektstörungen und Antriebsminderung
  • agitierte Form mit Veränderung der Persönlichkeit, Neigung zu Größenwahn
  • halluzinatorische Form mit einer der Schizophrenie ähnelnden Symptomatik

Zusätzlich treten variable neurologische Defizite auf:

3 Therapie

Die Therapie der progressiven Paralyse besteht zum einen in der symptomatischen Linderung der psychotischen und neurologischen Ausfälle. Zum anderen muss die Syphilis durch hochdosierte Gaben von Benzylpenicillin über mindestens 10 Tage behandelt werden.

Retrospektive Studien legen einen starken Zusammenhang zwischen fehlender oder zu niedrig dosierter Penicillin-Therapie und dem Auftreten der progressiven Paralyse nahe.

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