Plexus venosus caroticus interus
Synonyme: Rektorzik-Plexus, perikarotider Venenplexus
Englisch: internal carotid venous plexus, venous plexus of Rektorzik
Definition
Der Plexus venosus caroticus internus ist ein Venengeflecht aus kleinlumigen, untereinander kommunizierenden Venen, das die Arteria carotis interna im Bereich ihres Durchtritts durch den Canalis caroticus begleitet.
Anatomie
Der Plexus liegt im Felsenbein innerhalb des knöchernen Karotiskanals und umspinnt dort die Pars petrosa der Arteria carotis interna. Die Venen können dabei mit der Adventitia verwachsen sei
Klassisch wird eine anterosuperiore Verbindung zum Sinus cavernosus und eine posteroinferiore Verbindung in Richtung Vena jugularis interna beschrieben. Zusätzlich sind Varianten über die Schädelbasis möglich, etwa über Verbindungen zur den Condylarvenen oder über Diploevenen des Clivus sowie kleine intraossäre Venen im Felsenbein.
Der Plexus venosus caroticus internus verbindet den intrakraniellen Sinus cavernosus mit dem extrakraniellen Plexus pterygoideus.
Funktion
Der Plexus hat eine Pufferfunktion bei Kaliberschwankungen und Pulsationen der Arteria carotis interna. Diskutiert wird außerdem eine Rolle bei der Dämpfung pulsationsbedingter Schallübertragung in Richtung Cochlea, was als Erklärung für pulsatile Ohrgeräusche bei veränderten lokalen Verhältnissen herangezogen wird.
Klinische Bedeutung
Der Plexus ist ein potenzieller Ausbreitungsweg von Entzündungen der Felsenbeinregion. Beschrieben ist, dass otogene Infektionen über den Venenplexus den Sinus cavernosus erreichen und so intrakranielle Komplikationen begünstigen. Darüber hinaus werden seltene Konstellationen diskutiert, in denen lokale venöse Besonderheiten oder präformierte Mikroverbindungen die Entstehung fistelartiger Kurzschlüsse im Karotisbereich begünstigen könnten.
Literatur
- Skrzat J, Goncerz G. The venous plexus of Rektorzik — anatomo-clinical issues retrieved from the literature data. Folia Medica Cracoviensia. 2023;63(3):5–13. doi:10.24425/fmc.2023.147211.