Piecemeal-Technik
von englisch: piecemeal - stückchenweise
Englisch: piecemeal resection, endoscopic piecemeal resection, EPMR
Definition
Die Piecemeal-Technik ist ein etabliertes endoskopisches Verfahren zur stückweisen Abtragung potentiell pathologischen Gewebes im Rahmen einer Koloskopie oder einer Ösophagogastroduodenoskopie. Sie wird insbesondere zur Entfernung größerer oder flächiger Tumore (z.B. Kolonpolypen) eingesetzt, die nicht per En-bloc-Resektion werden können.
Grundprinzip
Wie vom Namen herzuleiten ist, beschreibt diese endoskopische Technik zur Gewebsabtragung die Entfernung einer Läsion (meist Polyp) in mehreren aufeinanderfolgenden Teilresektaten. Kleinere Läsionen hingegen werden bevorzugt im Ganzen ("en bloc") entfernt, um eine korrekte histopathologische Beurteilbarkeit der Resektionsränder (R0-Status) zu gewährleisten.
Ablauf
In den meisten Fällen wird eine Flüssigkeit, i.d.R. Kochsalzlösung mit Adrenalinzusatz, in die Submukosa injiziert. Dadurch hebt sich die Läsion von der darunterliegenden Muskelschicht ab ("Lifting"), was das Risiko einer Perforation reduziert. Das Adrenalin in der Lösung dient der präventiven Blutstillung.
Mit einer flexiblen Diathermieschlinge wird das Gewebe in mehreren Teilstücken abgetragen. Jedes Resektat wird geborgen und histopathologisch untersucht.
Eventuelle Blutungen werden endoskopisch gestillt, beispielsweise durch Koagulation oder das Setzen von Clips.
Nach einer Piecemeal-Resektion wird in der Regel eine Kontrollendoskopie empfohlen, meist nach 6 Monaten, um Residual- oder Rezidivgewebe frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls erneut zu entfernen.
Vorteile
- Minimalinvasiv
- Vermeidung einer Darmresektion
- keine Vollnarkose notwendig, Sedierung (meist mit Propofol) ist ausreichend
Im Vergleich zur operativen Resektion größerer Läsionen bietet das Verfahren eine deutlich geringere Morbidität und kürzere Erholungszeit.
Nachteile
Die histologische Beurteilung der Vollständigkeit der Resektionsränder ist erschwert und es besteht ein erhöhtes Risiko für lokale Rezidive.
Komplikationen
Wie bei allen anderen endoskopischen Eingriffen können Komplikationen auftreten, darunter insbesondere:
- Blutungen, Nachblutungen
- Perforation
- Postpolypektomiesyndrom