Vom 13. bis 26. Juni steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Peyer-Plaque

nach Johann Conrad Peyer (1653-1712), Schweizer Anatom
Synonyme: Peyer'sche Plaque, Peyer-Platte, Peyer-Drüse, Folliculi lymphatici aggregati
Englisch: Peyer's patch, Peyer's gland

1 Definition

Peyer-Plaques sind Ansammlungen von Lymphfollikeln in der Dünndarmschleimhaut. Sie gehören zu den lymphatischen Organen bzw. zum GALT (gut-associated lymphatic tissue).

2 Histologie

Die Peyer-Plaques liegen gegenüber dem Ansatz des Mesenteriums und imponieren als mehrere Zentimeter durchmessende, ovale bis längliche Ansammlungen von Lymphfollikeln. Typischerweise sind sie in der Lamina propria mucosae und in der Submukosa lokalisiert.

An Stellen, wo die Follikel als so genannte "Dome" kuppelartig in die Mukosa ragen, fehlen die sonst üblichen Zotten und Krypten. Das Epithel an dieser Stelle bezeichnet man als Follikel-assoziiertes Epithel (FAE). Hier findet man die M-Zellen, die Antigene durch ihre Zellkörper (Transzytose) an die Lymphfollikel weiterleiten und so eine Immunantwort auslösen.

Bei Erwachsenen dominieren B-Lymphozyten die Keimzentren der Follikel. In den Zonen zwischen den Follikeln findet man vorwiegend T-Lymphozyten. Mononukleäre CD4+/CD25+-Zellen und CD8+/CD25+-Zellen kommen hier häufiger vor als im peripheren Blut.

3 Verteilung

Peyer-Plaques finden sich vorwiegend im distalen Jejunum und im Ileum. Fast 50 % konzentrieren sich in den distalen 25 cm des Ileums. Dort können sie ringförmig die komplette Darmwand durchziehen. Die genaue Verteilung, Größe und Form der Peyer-Plaques zeigt große interindividuelle Unterschiede. Das gilt auch für ihre Ausprägung in verschiedenen Lebensabschnitten. Die Anzahl der Plaques erreicht ihr Maximum zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr - danach reduziert sich ihre Zahl.

Die Appendix vermiformis beinhaltet Strukturen, die den Peyer-Plaques sehr ähneln, aber deutlich kleiner sind.[1] In einigen Quellen werden diese Strukturen ebenfalls als Peyer-Plaques bezeichnet.[2]

4 Funktion

Der Dünndarm ist durch die Nahrungsaufnahme ständig potentiell pathogenen Mikroorganismen ausgesetzt. Die Peyer-Plaques spielen daher eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Darminfektionen und bei der Weiterverbreitung immunologischer Informationen.

5 Pathologie

Bei verschiedenen Erkrankungen des Darms, vor allem bei Typhus abdominalis, hypertrophieren die Peyer-Plaques und neigen zu Nekrosen und Zerfall.

6 Quellen

  1. Welsch et al. Lehrbuch Histologie, 4. Auflage, 2014
  2. Pschyrembel - Peyer-Plaques, abgerufen am 12.01.2022

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Januar 2022 um 16:30 Uhr bearbeitet.

Vielen Dank für die Anmerkung. Wir haben die Informationen im Artikel ergänzt.
#5 am 13.01.2022 von Fiona Lorenzen (DocCheck Team)
Die Fachbücher sind sich nicht einig. Laut Lüllmann-Rauch sind Peyer-Plaques auch in der Appendix; laut Welsch sind sie nur im Ileum, während sich in der Appendix "ähnliche, aber deutlich kleinere Strukturen" befinden.
#4 am 12.01.2022 von Marie Wieczek (Student/in der Zahnmedizin)
Ganz am Anfang des Artikels steht, die Peyer-Plaques seien Ansammlungen von Lymphfollikeln in der Dünndarmschleimhaut. Unter "Verteilung" steht dann, sie seien auch in der APpendix vermiformis zu finden. DIe gehört aber zum Dickdarm. ALso entweder heißen die Lymphfollikel-Ansammlungen in der Appendix vermiformis nicht Peyer-Plaques, und sie muss aus den Orten des Vorkommens rausgenommen werden, oder "Dünndarmschleimhaut" muss in "Darmschleimhaut" korrigiert werden.
#3 am 12.01.2022 von Marie Wieczek (Student/in der Zahnmedizin)
Fixed
#2 am 12.08.2019 von Bijan Fink (Arzt | Ärztin)
Gast
Im histologischen Zoom-Bild vom Schweine-Jejunum müsste die Markierung um die Kerckringfalte auf die gesamte Falte ausgedehnt werden und nicht, wie hier, nur auf den apikalen Bereich mit den Villi.
#1 am 01.08.2019 von Gast (Biologe/in | Chemiker/in | Naturwissenschaftler/in)

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